Archiv für die Kategorie ‘Frankreich’

Ardennen – Mit dem Mietwagen auf der Straße der Legenden von Maas & Semoy

Wednesday, 20. June 2012

Um die mystisch wirkenden und von dichten Wäldern durchzogenen Ardennen weht ein Hauch von Sagen und Fabelwelt. Aber auch alte Kulturen und kleine, verschlafene Ortschaften gehören zum Bild dieser Region. Es gibt mehrere beschilderte Autoroute durch die Ardennen, von denen wir heute die Straße der Legenden von Maas & Semoy vorstellen wollen.

Von den Wäldern und Dörfern führen viele Wanderwege in die Tiefen der Landschaft. Die Mietwagenfahrt kann also jederzeit durch anregende Spaziergänge bereichert werden.

Dinant in Belgien

Dinant in Belgienq

Start- und Zielstadt ist Dinant in Belgien. Etwa die Hälfte der Route wird durch Belgien führen, die andere Hälfte durch Frankreich. Dinant ist eine „Perle an der Maas“. Vielleicht sieht das nicht jeder so, aber die Zitadelle auf einem Kalkfelsen ist wirklich sehenswert. Ansonsten herrscht touristischer Trubel, der aber nicht unangenehm ist. Drei Kilometer fährt man Flussabwärts an der Maas entlang und dann ab Anseremme über eine kleine Serpentinenstraße nach Falmagne (10 km, N95, Ave. de la Restauration). Über die so genannte Himmelsleiter geht es in die Höhen nach Beauraing, von wo aus man schon einen ersten phantastischen Blick in die Ardennen werfen kann (12 km, N95). Immer weiter lenkt man den Mietwagen über die leicht zu befahrende N95, die sich durch ein wirklich schönes Stück Ardennen zieht. Die Wälder sind dicht und grün und duften nach Eichen und die Birke kribbelt in der Nase. Kein Wunder, dass hier Legenden und Sagen entstanden.

Brücke über den Semois bei Bouillon

Brücke über den Semois bei Bouillonq

Bis nach Bouillon sind es 43 Kilometer. Bouillon liegt nun schon an der Semoy und wird optisch von der Boullion-Burg beherrscht. Nun wird mit dem Mietwagen die Grenze zu Frankreich passiert. In Charleville-Mézières erzählt ein Glockenspiel stündlich von den Heldentaten der vier Aymonbrüder, die sich Karl dem Großen stets widersetzten (40 km, N828, N58, E46/Charleville-Mézières, A34, D33, D5). An der romantischen Maas entlang erreicht man nach 15 Kilometern Bogny-sur-Meuse, um das sich der Fluss zu schlingen scheint. Der Ort hat eine lange Tradition als Fürstentum hinter sich und entsprechend originell und vielfältig sind die Legenden (15 km, D989, D1). Auch Montherme befindet sich in einer steilen Windung des Flusses (7 km, D1). Oberhalb von Montherme, dort führt der Weg den Mietwagen automatisch hin, ist der Ausblick über das Maastal einfach nur herrlich und berauschend. Dann geht es bergauf und bergab und dann wieder im Zickzack nach Revin, nicht ohne die Maas aus dem Blick zu verlieren (19 km, D1). Spuren der Spanier, der Holländer, aber auch der Deutschen sind hier zu finden. Sie zeigen sich in Form von Fachwerkhäusern, Statuen und in Museen. Nun ist nicht mehr Wasser der Begleiter der Tour bis nach Rocroi, sondern wieder Wald und dichtes Geäst (13 km, D1, links auf D877). Auch nach Fumay bleibt diese Landschaft erhalten (18 km, D877, D8051). Doch dann ist man wieder an der Maas und lenkt den Mietwagen mit viel Ruhe und Zeit für die schöne Umgebung nach Givet (23 km, D8051) und schließlich wieder nach Dinant (21 km, D46, N909, N989, N95).

Waldstraßen der Ardennen – Die Rimbaud-Verlaine Straße

Wednesday, 20. June 2012

Die französischen Ardennen sind reich an verwunschenen Landschaften, Festungen, Seen und dichten Wäldern. Sechs Themenstraße führen auf unterschiedlichsten Routen durch dieses Gebiet.

Eine poetische Pilgerfahrt zu Plätzen und Orten, an denen die berühmten französischen Literaten Artur Rimbauds und Paul Verlaine Teile ihres Lebens verbrachten erfährt man auf der “Rimbaus-Verlaine-Straße”. Man sagt, die Landschaften entlang der Strecke liegen in perfekter Harmonie zu den beiden extrovertierten Persönlichkeiten.

Ardennen

Ardennen

In der Geburtsstadt Rimbauds, in Charleville-Mézières, beginnt die Reise mit  Mietwagen. Das ihm gewidmete Museum befindet sich in einer alten, herzoglichen Mühle. Ein Denkmal steht seit 1901 in den Grünanlagen des Bahnhofs. Auch wenn der Literat in Marseille gestorben ist, begraben ist er auf dem Friedhof von Charleville-Mézières. Das längste Stück der Tour durch die idyllischen Ardennen folgt nun auf dem Weg nach Roche (43 km, N43, A34/E46/Reims, bei Ausfahrt 13 Richtung Chalons-en-Chapagne, D987, D983). In Roche war Rimbauds Mutter zuhause. Auf dem elterlichen Bauernhof , wo er schon so manchen Sommer seiner Kindheit verbrachte, soll er die kleine Textsammlung „Une Saison en Enfer (Eine Zeit in der Hölle)“ geschrieben haben. Heute erinnert eine Ausstellung „Begegnungen mit Rimbaus“ an dieser Stelle an den Dichter und seine Werke. Ins kleine Coulommes-et-Marqueny sind es gerade mal sechs Kilometer, die an kleinen Kapellen und Denkmälern vorbei führen (D23). Dort, in Coulommes, verbrachte Paul Verlaine einige Zeit auf dem Bauernhof von Malval. Auch nach Juniville ist es nicht weit. Nur 16 Kilometer, also etwa 20 Minuten fährt man mit dem Mietwagen dorthin und findet im früheren Gasthof zum „Lion d’Or“ eine Museum zu seinem Lebenswerk (D23, D946, D925). Zusätzlich gilt es als verbürgt, dass Verlaine in dem Gasthof sein Werk „Sagesse“ beendet haben soll. Ein bisschen im Zickzack geht es mit dem Mietwagen dann weiter zum letzten Ort der Route Rimbaud-Verlaine. Nach Rethel fährt man etwa 21 Kilometer, auf denen sich ein letztes Mal die Ardennen von ihrer Prachtseite mit dunklen Wäldern, kleinen Hügeln, blühenden Landschaften und entzückenden Dörfern zeigen (D25, D45, D51, D983, D946, D8051A). In Rethel ließ sich Verlaine einst nieder um an einem Gymnasium Französisch, Englisch und Geschichte zu lehren.

Um die Orientierung zu erleichtern, ist die Route Rimbaus-Verlaine besonders gekennzeichnet. Am Straßenrand erblickt man immer wieder sechseckige Schilder mit rotem Rand. Im Inneren des Sechsecks sind zwei Dichterköpfe in rot zu sehen sowie die Worte „Route Rimbaud Verlaine“. Dazu weißt ein roter Pfeil in die zu fahrende Richtung. So findet man sich mit dem Mietwagen ganz einfach in den Ardennen zurecht.

Aquitanien – Von der Biskaya ins Hinterland

Wednesday, 17. August 2011

Meer, Meer und noch mehr Meer. Die Strände der französischen Atlantikküste in Aquitanien sind vor allem eins: groß. Von überall erreicht man den Ozean und findet auch ein einsames Stück Sand und Wasser nur für sich. Im Landesinneren kennt man vor allem Bordeaux und der Name klingt nicht nur Weinliebhabern im Ohr. Hinter Bordeaux dominieren die Weinberge und romantische kleine Orte mit ihren kernigen Bewohnern.

Einer der wunderwollen Strände in Aquitanien

Einer der wunderwollen Strände in Aquitanien

Der Beginn dieser einwöchigen Reise mit einem Mietwagen durch Aquitanien ist in Pouillac. Das kleine, auf der Halbinsel Médoc gelegene Städtchen ist für seinen Wein weltberühmt. Auf etwa 900 Hektar Land werden die großen Gewächse Lafite-Rothschild, Latour und Mouton-Rothschild angebaut. Wohl dem, der im Kofferraum des Mietwagens ein wenig Platz gelassen hat, um ein paar Kisten des guten Rotweins mitzunehmen. Ein bezaubernder Strand, ein schöner Yachthafen und diverse Möglichkeiten zum Wassersport tragen zu einem schönen Tag in Pouillac ebenso bei, wie der Besuch eines der Châteaux, die ihre Keller gerne für Besucher öffnen. Nun geht’s so richtig ans Meer. Soulac-sur-Mer ist das nördlichste Seebad der Côte d’Argent und liegt geschützt hinter einer Sandbank (52 km, D205, D1215). Der Ort ist angenehm, duftet verlockend nach Pinien und salziger Luft und hat mit der Kirche Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres ein interessantes historisches Denkmal.

Hourtin erreicht man am schönsten über die Küstenstraße, die sich aber etwas komplizierter und auch ein wenig länger mit dem Mietwagen fahren lässt als der direkte Weg (48 km, D101, D102E1, D102, Av. de l’Europe, D101E7, D101). Das Leben in Hourtin spielt sich um den Lac d’Hourtin ab, dem größten natürlichen Binnensee Frankreichs. Das größte der Seebäder ist Lacanau-Océan (34 km, D3, rechts auf D6). Hinter hohen Dünen verstecken sich traumhafte 14 Km Strand vor einem wellenreichen Meer. Viele Surfer frönen hier ihrer Leidenschaft. Durch einen dichten Pinienwald erreicht man das Nahe Lacanau, das an dem ebenfalls recht großen Lac de Lacanau liegt. Fährt man 35 Km südlich auf der D3, ist man schon am Cap Ferret. Es markiert die Nordspitze des Bassin d’Arcachon. Vom 53 m hohen Leuchtturm sieht man das Watt und den offenen Ozean – ein wirklich außergewöhnlich schöner Blick. Am Südende des Bassins ist Arcachon zu finden. Um dorthin zu gelangen, kann man den Mietwagen über ein Stück Autobahn bewegen. Schöner und mit viel mehr Sicht auf die wunderbaren Seiten dieser Region fährt man über die Nebenstraßen (44 km, D3, D650). Das lebhafte Arcachon bietet sich zu einem schönen, entspannten Tag am Strand an, bevor es zur sagenhaften Dune du Pilat geht (12 km, D218). 170 Stufen sind zu erklimmen, bevor der Blick über Pinienwälder, weiße Sandbänke und das tiefblaue Meer schweifen kann.

Dramatischer Blick über Bordeaux

Dramatischer Blick über Bordeaux

Mit dem Mietwagen durchfährt man den herrlich grünen Naturpark Landes de Gascogne und erreicht nach 63 Km Bordeaux (D259, N250, A660, D260, D650, D1250). Besonders die Altstadt von Bordeaux ist nach der Neugestaltung ein Traum und ein unterirdisches Parksystem erleichtert den Besuch enorm. Guten Wein wie in Bordeaux bekommt man auch in St. Emilion (44 km, D936, D122). Anziehend sind aber ebenso die Altstadt und die unterirdische, in den Fels geschlagene Kirche Église Monolithe. Noch weiter im Landesinneren umgeben von Weinbergen liegt Bergerac (58 km, D243, D130, D936, D32). Durch den hübschen Ort fließt die Dordogne, die mittels einer schönen Brücke überquert werden kann. Weiteres Highlight der Stadt ist das Tabakmuseum am, wie passend, Place du Feu.

Noch ein letztes Mal lässt man die Landschaft mit den Weinbergen, den kleinen Hügeln und tiefen Talebenen auf sich wirken, bevor man mit dem Mietwagen die Endstation der Reise, Sarlat-de-Canéda, erreicht (74 km, D660, D29, D25, D703, D49, D57). Mittelalterliche Gässchen, gotische Häuser, verträumte Plätze, all das macht Sarlat aus. Auch die Märkte, die in der ganzen Stadt stattfinden, genießen einen hervorragenden Ruf. Und trotzdem geht es lebhaft zu, man genießt, zelebriert den Rotwein und lässt die Seele baumeln. Das sollte man den Einwohnern einfach nachmachen.