Trostlos wie der Mond – North Dakota

Trostlos wie der Mond – North Dakota in einer Woche

Trostlos kann man North Dakota finden. Trostlos und öd. Außer der Badlands im äußersten Westen ist im abgelegenen Staat im Norden alles flach. Getreidefelder reichen bis zum Horizont und leuchten im Sommer grün und im Herbst gelbbraun. North Dakota kann die wenigsten Besucherzahlen des Landes verzeichnen. Ein Negativrekord, der eigentlich nicht nachvollziehbar ist. Denn die Einsamkeit hat auch ihre Reize. Man kann sich mit dem Mietwagen durch das menschenleere Flachland bewegen und diese ganz besondere Einöde durchaus genießen.

Fargo – wer kennt die Stadt nicht aus dem gleichnamigen Film. Es ist die größte Stadt North Dakotas, aber dennoch ruhig und besonnen. Sehen sollte man das Plains Art Museum in der 704 1st Ave N. In einem umgestalteten Lagerhaus werden Werke mit dem Fokus auf moderne, zeitgenössische und indianische Kunst ausgestellt. Als Alternative zur langweiligen Interstate 94 wählt man für die weitere Fahrt in den Westen die US-2. Schier endlos erscheinen die landwirtschaftlich genutzten Felder. Sie  zeigen vor allem dann ihren Liebreiz, wenn auf ihnen Sonnenblumen wachsen, die aufgereiht wie Soldaten ihre Köpfe zur Sonne recken. Auf dem Weg nach Rugby kommt man am Devils Lake vorbei, einer großen Seenlandschaft, die gerne für die Jagd auf Wasservögel genutzt wird. Einige schöne gefiederte Exemplare werden auch vom Mietwagenfenster aus sichtbar sein.

Mit etwas Glück erreicht man Rugby zum Sonnenuntergang. Wenn die Sonne wie ein leuchtend roter Feuerball langsam hinter den Ähren der Weizen verschwindet, ist das ein ganz besonderer Moment (360 km, I-29 N, US-2 W). Rugby liegt auf dem geografischen Mittelpunkt Nordamerikas. Das ist schon die größte Attraktion des Ortes, aber auch das Prairie Village Museum, es zeigt die Veränderungen des Lebens in den Great Plains, lohnt den Besuch. Weiter geht es auf der schönen US-2 bis nach Minot (108 km). Ein wenig skandinavisch geht es in Minot zu und das steht der Stadt sehr gut. Es gibt eine finnische Sauna, eine norwegische Stabkirche und ein großes Skandinavien-Fest im Oktober.

Weiter westwärts lenkt man den Mietwagen fast bis Montana zum Fort Buford (230 km, US-2 W, N Dakota 1804). Nun bekommt man viele Flüsse und Seen zu Gesicht, doch auch die weiten Ebenen, auf denen kleine Siedlungen langsam in der Prairie versinken, bleiben einem weiterhin erhalten. Am Armeevorposten Fort Buford kapitulierte einst Sitting Bull, der Häuptling der Sioux, vor der Polizei und wurde erschossen. Es ist Zeit, sich von der Flachheit zu verabschieden und die Badlands zu besuchen. Mittendrin befindet sich der Theodor Roosevelt National Park (200 km nach Medora, MT-200 W, MT-23 E, N 68 E, N 16 S, I-94 E). Der Nationalpark ist das Natur-Highlight des Staates. Schon allein die Felsformationen sind ein grandioser Anblick. Sie sind rot, braun, gelb, schwarz und silbern zugleich. Dass sie sich dazu noch in einer traumhaften grünen Landschaft verteilen, unterstützt diese Schönheit nur. Bäume und bunte Wildblumen setzten Akzente.

Auf einer malerischen Strecke von 55 Kilometern nahe der I-94 bei Medosa erhält man mit dem Mietwagen einen guten Überblick über diesen tollen Park (Scenic Loop Dr). Mit einem Stopp in Bismarck, der durchaus interessanten Hauptstadt North Dakotas, geht es auf der geraden I-94 zurück nach Fargo (528 km).

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