Klöster und Burgen in Montenegro

Montenegro ist ein vollkommen zu Unrecht kaum bekanntes und kaum bereistes Land an der Adria. Dabei ist es voller wunderschöner Unterschiede. Am Meer dominieren die klaren Küsten und das mediterrane Flair. Gleich dahinter beginnen die dichten Berge des Dinarischen Gebirges. Am großen Südwassersee Skutari wiederum zeigt sich die Natur in einem ganz neuen, ruhigen Gewand, während die Canyons im Norden wildes Abenteuer und glasklare Bergseen versprechen. Soviel Abwechslung erlebt man nur selten, vor allem in einem so kleinen Staat. An der Küste finden sich neben 70 Kilometern Badestrand auch viele Bauwerke europäischer Baukunst. Einige Klöster und Burgen lassen sich zu einer spannenden Mietwagenreise mit hohem Anspruchs- und Entspannungscharakter zusammenfassen.

Begonnen wird die Tour hinter der Grenze zu Nordalbanien und Endet im beliebten Ferienort Herceg Novi. Dem Kloster Gradiste in der Nähe von Petrocav na morn gebührt der erste Stopp mit dem Mietwagen. Es wurde auf den Überresten eines antiken Bauwerks erbaut und besteht aus drei Kirchen und einem Wohnhaus. Besonders wertvoll sind die Fresken in der Hauptkirche. Der Blick vom Kloster hinunter auf die blaue Adria ist ein großer Genuss. Und jetzt schon, auf den ersten Kilometern zum zweiten Etappenziel, der Festung Zabljak Crnojevica, zeigt die Landschaft ihr entzückendes Kleid (31 km, nach Süden, links auf E65, links, über den Fluss, wieder links). Wie ein viel zu buntes Ölgemälde erscheint die Natur, viel zu bunt, um Wirklichkeit zu sein. Doch das verwaschene Grün vor schilfbewachsenem Wasser und der häufig fast rosa schimmernde Himmel sind echt. Nah am Skutarisee bauten Siedler im 10. Jahrhundert etwa 300 Häuser und eine Festung, deren bombastische Ruinen heute noch zu besichtigen sind. In der Kleinstadt Cetinje ist das nächste Kloster zu bestaunen (46 km, zurück auf die Hauptstraße, nördlich halten, scharf links auf 2-3/E80). Das Kloster des heiligen Petar war früher der kulturelle Mittelpunkt Montenegros, die erste Grundschule wurde errichtetet und die erste montenegrinische Druckerei. Noch heute gilt das Kloster als Symbol für Freiheit und Aufklärung. Hoch über der niedlichen Hotelinsel Sveti Stefan befindet sich das Kloster Duljevo (37 km, E65, zwei mal links). Gemächlich verabschiedet man sich wieder von den von Wald bewachsenen Bergen und sieht in der Ferne schon das Meer glitzern. Die roten Dächer der Häuser im Tal kommen immer näher und schon bald ist das Kloster erreicht, das oft zerstört und wieder aufgebaut wurde. Jetzt ist es in weiten Teilen erneuert und sogar bewohnt. Die folgenden 46 Kilometer lenkt man den Mietwagen durch nun schon gewohnt faszinierende Gegenden. Völlig neu präsentiert sich das Land an der Bucht von Kotor. In malerischen kleinen Häfen schunkeln Boote, kleine und felsige Strandabschnitte laden zu einsamen Badevergnügungen ein, während im Hintergrund die massigen Berge über die Szenerie wachen. Dann ist man am Zmajevic Palast (rechts auf E65, im Kreisverkehr erste Abfahrt um auf E65 zu bleiben). Vom barocken Palast von 1664 hat man einen sehr schönen Blick auf die Bucht. Keinen Kilometer weiter auf der E65 findet sich auch auf einer kleinen Insel die Gospa od Skrpelja, übersetzt die Kirche der Jungfrau auf dem Fels. Zu einem der schönsten orthodoxen Klöster führt die Mietwagentour am Schluss. Zum Kloster Savina bei Herceg Novi fährt man auf der E65 immer in direkter Nähe zur Bucht von Kotor, was atemberaubende Momente beim Anblick der Meeresszenerie bereit hält (27 km, im Kreisverkehr dritte Ausfahrt auf Brace Grakalic). In der kleinen Himmelfahrtskirche kann man mit der Aussicht auf goldene Ikonen und bezaubernde Fresken die Mietwagentour in aller Stille ausklingen lassen.

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