Balaton, der Plattensee. Wer kennt ihn nicht, den riesigen Steppensee im Westen Ungarns, der im Hochsommer mit 30 Grad Wassertemperatur höchsten Badespaß verspricht. Doch das Land der Puszta, Piroschka und der Paprika hat so viel mehr zu bieten als nur einen See. Wie eine Insel inmitten der Karpaten ruht das Land zwischen Traditionen und Moderne. Ihre Menschen lieben die Schwermut, gleichzeitig aber sind sie ausgelassen, weltoffen und tanzen und feiern bei Tokajer und Kesselgulasch.
Unsere Tour über mehrere Tage bringt Reisende in ihrem Mietwagen von Budapest in den Süden nach Pecs und dann westlich über den Balaton zurück nach Budapest.

Schloss in Budapest
Auf der einen Seite Buda, auf der anderen Pest, so teilt sich die Millionenstadt Budapest getrennt durch die Donau auf. In Buda sind der Burgberg mit dem Königlichen Schloss und der Gellertberg mit Zitadelle und Freiheitsstatue allgegenwärtig. Neun Brücken ermöglichen den Weg über die Donau nach Pest, die älteste und schönste von ihnen ist die Kettenbrücke. In der Pester Innenstadt liegen die Sehenswürdigkeiten nah beieinander, sodass die Besichtigungen gut zu Fuß möglich sind. Den Mietwagen braucht man erst, um nach Kecskemet aufzubrechen (86 km, südlich über Helsinki ut auf Route 5). Die landschaftlich reizvolle Fahrt lässt Vorfreude auf die weitere Reise aufkommen. Auf Alleen, durch nette Ortschaften, vorbei an kleinen Seen, erreicht man in nicht mal zwei Stunden das prachtvolle Kecskemet. Jugendstil in Vollendung, orientalische Bauelemente und barocke Kunst geben der Stadt sehr viel Charme. All das findet sich im Stadtzentrum, in dem auch das kulturelle Leben seinen Mittelpunkt hat.
Bei einem Abstecher nach Fulöphaza erlebt man noch das richtige Puszta-Gefühl. An den weitläufigen, sandigen Steppen stehen noch einige der typischen Einzelhöfe, die an vergangene Zeiten erinnern (22 km, westlich auf Route 52). Um in das 82 km entfernte Opusztaszer zu gelangen, fährt man erst wieder zurück nach Kecskemet und dann auf der Route 5 weiter südlich. Im Ópusztaszeri Nemzeti Emlékpark, einem historischen Gedenkpark, spürt man der Geschichte Ungarns nach. Originalgetreue Handwerkshäuser früherer Epochen geben zudem Einblick in das damalige Leben der Menschen. Nicht mehr weit ist Szeged, eine Universitätsstadt, die ihr heutiges Aussehen einer Naturkatastrophe verdankt (28 km, links auf Sövenyhazi ut und weiter auf Hunyadi utca). Eine große Flut zerstörte 1789 nahezu alles, was innerhalb von nur zehn Jahren wieder ausgebaut wurde. Das heutige Gesicht der Stadt ist wunderschön, was man vor allem sieht, wenn man auf dem Domplatz vor der Votivkirche steht. Die folgenden 140 km zum nächsten Ziel sind fast noch zu wenige, denn das, was man nun vom Mietwagenfenster aus sieht, ist eine grandiose Landschaft, die permanent ihr Gesicht verändert.

Rathaus von Pecs
Kurz vor Szekszard erheben sich die sieben Hügel, die dieser Weinbauregion ihren Namen gaben (westlich auf Route 55). Ist die Unterwelt der Stadt auch ein Labyrinth aus Weinkellern, zeigt sie sich Oberhalb mit Komitatshaus, Rathaus und Hallenkirche umso prächtiger. Fährt man nun nördlich auf die Route 55 und dann im Kreisverkehr auf die Route 6, ist nach 60 km Pecs erreicht. 2010 war Pecs die europäische Kulturhauptstadt. Das hat ihre Schönheit nur noch weiter wachsen lassen. Nicht nur der klimatischen Lage, auch dem Leben, den Bauwerken und den Menschen verdankt die Stadt ihre mediterrane Ausstrahlung. Genießen kann man all das nur, wenn man wenigstens einen Tag bleibt. Die Reise endet nicht, ohne den Balaton gesehen zu haben. Einen schönen Eindruck bekommt man in Siofok, das mit dem Mietwagen in zwei Stunden erreicht ist (115 km, Route 66 bis Sasd, dann Route 611, in Dombovar auf Route 61, in Tamasi auf Route 65). Der Wasserturm, das Wahrzeichen der Stadt, wird schon von weitem sichtbar, in dessen Nähe auf dem Platz Szabadság tér sechs Skulpturen des in Siofok geborenen Künstlers Imre Varga stehen. Dem Balaton-eigenen Partyleben spürt man auf der neugestalteten Promenade nach. Am Ufer des Sees geht es danach auf der Route 7 bis zur Autobahn M7, die dann bequem und schnell nach Budapest zurück führt (103 km).



