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Mallorca – Von Mandelbaum zu Mandelbaum zur Mandelblüte

Mittwoch, 26. Januar 2011

Mandelblüte

Mandelblüte

Die Mandelblüte im Frühling ist überall schön anzusehen. Doch auf Mallorca ist sie besonders herrlich. Über die ganze Insel verteilt stehen die mittelgroßen, kräftigen Bäume an sonnigen Hängen auf steinernem Boden. Ihre zarten Blüten sind weiß oder rosa in perfekter Blumenform. Manchmal allein, aber oft auch als Wald oder Plantage erfreuen sie das Auge und verströmen einen süßlich-betörenden Duft. Von Mitte Januar bis Anfang März ist dieses Naturschauspiel zu bewundern. Eine Mietwagentagestour führt zu den größten Mandelbaumansammlungen über die Insel. Vielleicht wäre das ja mal was für eine paar romantische Tage zum Valentinstag, der erfreulicherweise genau mitten in den blütenreichen Zeitraum fällt.

Noch hat die Hauptreisezeit auf des Deutschen liebste Insel nicht begonnen. Die Straßen sind leer, in den kleinen Dörfern leben die Bewohner ruhig ihre spanischen Traditionen. Die Strandpromenaden wirken trist, denn Kneipen und Bars, wo in den heißen Sommermonaten so gerne gefeiert und getrunken wird, sind geschlossen. Die Urlauber, die zur Mandelblüte nach Mallorca kommen, sind nicht feierfreudig. Sie suchen Ruhe und Natur, genießen die ersten warmen Sonnenstrahlen nach einem langen Winter in der Heimat. Sie sind auf der Suche nach dem Besonderen, was sie gerade jetzt auch finden. Genügend Restaurants und Bodegas, auch die Weingüter, haben geöffnet, in den Hotels sind die besten Zimmer für einen guten Preis zu bekommen. Am Hotelpool, der jetzt beheizt zur Verfügung steht, befinden sich keine Handtücher auf reservierten Liegen. Kurz: Es ist einfach perfekt. So wie diese Mietwagentour, die zu den Mandelbäumen der Insel führt.

Kirchplatz in Santanyi

Kirchplatz in Santanyi

Wir beginnen in Santanyi, der verschlafenen Kleinstadt, die gerne nur zur Durchfahrt zum nächsten Badestrand benutzt wird. Doch die wuchtige Kirche Sant Andreu und der verträumte Placa Major sind eigentlich viel zu schade, um sie zu verpassen. Von Santanyi fahren wir auf der Ma-19 über Campos nach Llucmajor. Für die 25 Kilometer benötigen wir mit dem Mietwagen eine gute halbe Stunde, in der wir die ersten Mandelbäume am Straßenrand und auf den Feldern entdecken. Erst nur zu wenigen, dann in immer zahlreicheren Ansammlungen, begleiten die prächtig „geschmückten“ Bäume unseren Weg. Wenn man die Fenster des Mietwagens öffnet kann man den süßen Duft der Mandel unterwegs erschnuppern.

Regen, Schnee und trübes Wetter sind hier schnell vergessen. Um die nächsten Blütenpracht zu sehen, müssen wir nach Felanitx (25 km, Ma-19 zurück bis Campos, im Kreisverkehr dritte Ausfahrt Ctra de Felanitx/Ma-5120). Auf der Straße zur Santuari Sant Salvador und auf der Straße, die Felanitx mit Manacor verbindet, sehen wir sie wieder, die weißen Blüten, unter die sich hier, rund um Manacor, rosafarbene mischen (14 km, Ma-14). Von Manacor fahren wir zunächst in Richtung Palma, biegen hinter Montuiri links ab nach Llucmajor und fahren dann auf der Ma-6014 ans Meer nach Capo Blanco (56 km). Auch hier können wir uns wieder satt sehen an dem Blütenreichtum des Mandelbaumes. Entlang der einzigen Straße am Meer gen Norden, sehen wir zwischen Cala Blava und El Arenal wieder besonders schöne Mandelhaine (15 km, Ma-6014). Unterbrochen wird die üppige Vegetation durch die Hauptstadt der Insel, an der wir vorbei fahren bis nach Andratx (45 km, ½ Stunde, Ma-19 nach Palma, dann Schildern Richtung Andratx/Ma-1 folgen). Zum Meer hinunter nach Sant Elm führt ein kleines Stück die Ma-1, dann fahren wir rechts nach S’Arraco und nehmen dort im Kreisverkehr die zweite Ausfahrt auf die Ma-1030. Die 10 km sind eine Fahrt durch ein rosafarbenes Blütenmeer zu beiden Seiten des Wegesrandes, genauso, wie der Weg von Andratx bzw. Es Capdella ins östlich gelegene Calvia (15 km, Ma-1, Ausfahrt Richtung Es Capdella, in Es Capdella an der Cala Major rechts auf Ma-1031).

Wir haben noch nicht genug von der Mandel und ihren Blüten und fahren nach Bunyola (32 km, südlich auf die Ma-1, dann Ma-20, bei Ausfahrt 5B abfahren Richtung Valldemossa und kurz danach auf die Ma-11 fahren). Auf dem letzten Stück erblicken wir zu unserer Freude nicht nur Mandelbäume in ihrer Schönheit, sondern auch knorrige Olivenbäume, die saftig grün durch den weißen Teppich blitzen.

Mallorca – Ausgangspunkt Alcudia

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Alcudia liegt zwischen den Buchten Badia de Pollença und Badia d’Alcúdia – östlich erhebt sich die zerklüftete Halbinsel Victoria und zum Westen hin beginnen die feuchten Anbaugebiete vor Pollenca. Es ist eine schöne Gegend und auch der Strand am Port d’Alcudia lässt keine Wünsche offen. Manchen reicht das für ihren Urlaub. Doch um Alcudia herum warten noch viele schöne Landschaften, einsame Strände und fast unbeschreiblich schöne Städte. Verpassen Sie das nicht, wenn Sie Ihren Urlaub im Norden Mallorcas verbringen. Nutzen Sie Ihren Mietwagen, um die Region richtig kennen zu lernen und Sie werden überrascht sein, wie gut es Ihnen gefallen wird.

Mallorca
Mallorca

Von Alcudia startet die Tour über die MA-12 in das Naturschutzgebiet Parc natural de s’Albufera de Mallorca. Von der Pont dels Anglesos führt ein Weg zwischen zwei Kanälen zum Empfangszentrum sa Roca, das in einer alten Papiermühle untergebracht ist. Hier den Mietwagen abstellen und den einmaligen Naturpark zu Fuß erkunden. Zu sehen bekommen Sie außergewöhnliche Vogelarten und schilfbewachsene Sumpfgebiete. Hübsch angelegte Wege und kleine Brücken führen an idyllisch gelegenen Seen vorbei, auf Schautafeln wird die Flora und Fauna erklärt.

Ihr nächstes Ziel ist Can Picafort, das Sie auch über die MA-12 erreichen. Der lebendige Badeort hat eine wirklich typisch spanische Meerespromenade, wen Hunger oder Durst quälen, der findet hier immer einen Platz zum Einkehren. Hinter Can Picafort beginnt ein naturgeschützter Küstenabschnitt mit Sandstränden und felsigen Klippen. An der Av de Talaiot de Sa Nineta biegen Sie links von der MA-12 nach Son Serra de Marina ab. Der schachbrettartig angelegte Ort hat nichts vom dem touristischen Trubel Can Picaforts. Hotelburgen findet man nicht, alle Häuser dürfen hier höchstens zwei Stockwerke haben. Ganz in der Nähe befindet sich das prähistorische Gräberfeld Nekropole von Son Real, die größte Totenstadt auf den Balearen.

Totenstadt
Totenstadt Son Real

Mit dem Mietwagen geht es zurück auf die MA-12 und Richtung Arta. Besonders auffällig in dem erdfarbenen und von mallorquinischer Ruhe umgebenen Ort ist die Festung San Salvador. Ein zypressengesäumter Kreuzweg mit 180 Stufen führt von der Kirche hinauf in das Bauwerk mit seiner dominanten Festungsmauer. Etwas unterhalb befindet sich die hübsche Pfarrkirche. Auf einem Streifzug durch den Ort spürt man schnell die Anziehungskraft der Kleinstadt. Die 30 km nach Petra erst über die MA-12 und dann die MA-3320 fahren. Verschlafen nennen viele das kleine Landstädtchen Petra mit nicht mal 3.000 Einwohnern. Aber gerade das macht den Reiz aus. Das Museum Casa Natal I Museu Juniper Serra erzählt die Geschichte des Missionars Fra Juniper Serra, der in Kalifornien 21 Missionsstationen gründete, aus denen dann unter anderem die Millionenstadt San Francisco hervorging. Im „Es Celler“ gibt es ausgesprochen gute mallorquinische Küche zu genießen. Mandel- und Olivenbäume säumen den Weg über die MA-3300 und MA-3240 in die Lederstadt Inca. In der drittgrößten Stadt Mallorcas sieht man schnell den industriellen Charakter der Stadtteile, die in die City hineinführen. Umso erstaunlicher ist das Antlitz des Zentrums, das mit grünen Plätzen, Einkaufsstraßen und einigen guten und gemütlichen Bars verblüfft. Die Pfarrkirche Santa Maria de Major d’Inca, das Dominikanerkloster Convent de Sant Domingo und die Kirche Sant Francesc können auch von Innen besichtigt werden. Nun fahren Sie im Mietwagen wieder auf der MA-13 zurück Richtung Alcudia. Wer noch Zeit und Lust hat, dem empfehlen wir einen Abstecher weiter nordwärts auf die Halbinsel La Victoria. Eine einzige Straße führt ab Alcudia vorbei an den reizenden Villenorten Mal Pas und Bonaire auf die kleinere der beiden Landzungen Mallorcas. Hinauf zur Ermita de la Victoria führt die Straße durch romantische Buchten am blauen Mittelmeer. Die Einsiedelei wirkt wie eine Festung. Die kleine Kirche ist im Stil des Barock gehalten. Sie beherbergt die Virgen de la Victoria, eine Marienfigur, die jedes Jahr am zweiten Juli in einer Zeremonie geehrt wird. (Gesamtlänge: 125 km)

Mallorcas Küste der Kurven – Von Inca über die Formentor-Halbinsel

Mittwoch, 03. November 2010

Die Felsenküste im Norden ist etwas ganz besonderes. Um die Gegend genießen zu können, sollte man sich Zeit nehmen, langsam mit dem Mietwagen die steilen Kurven befahren und den Blick über die grandiose Landschaft schweifen lassen.

Herrlicher Blick über die Serra de Tramuntana

Herrlicher Blick über die Serra de Tramuntana

Inca, drittgrößte Stadt Mallorcas, ist Ausgangspunkt dieser Tour. Über Selva und Caimari führt die Landstraße MA 2130 und steigt bereits steil nach oben an. An der Abzweigung zur MA 2140 geht es zum Monestir de Lluc. Schon die Zufahrt zum Kloster ist ein gelungener Mix aus Grünflächen, Bars, Cafes und Andenkenläden. Von dort hat man auch eine herrliche Sicht auf die Serra de Tramuntana. Das aus mehreren Gebäuden bestehende Kloster ist das geistliche Zentrum der Insel und seit über 800 Jahren Wallfahrtsort vieler Gläubiger. Besonders interessant ist das Museum für Kunsthandwerk, die Statue La Moreneta in der Königlichen Kapelle und das Nebengebäude Els Porxerets mit den Pilgerquartieren.

Von Lluc fährt man wieder ein kleines Stück retour zur MA 2130 und dann auf die MA 10. Bei der Abzweigung auf die MA 2141 weisen Hinweisschilder nach Sa Calobra. Die geschlängelte Straße überwindet einen Höhenunterschied von 800 m und bietet ganz unglaubliche Ausblicke auf die Küste, das Meer und den abenteuerlichen Straßenverlauf. Bekannt ist der „Krawattenknoten“, eine Kurve von 360 Grad, den es auf dieser Passstraße zu überwinden gilt. Aber da man die Strecke schließlich genussvoll langsam fährt, drohen auch keine größeren Gefahren. Der kleine, lebhafte Ferienort Sa Calobra liegt in einer schönen, von Klippen umgebenen Bucht. Die Hauptattraktion ist die Schlucht des Torrent de Pareis, die man über einen Küstenweg am Ende des Ortes in Richtung Meer erreicht. Gebührenpflichtige Parkplätze sind kurz vor der Schlucht reichlich vorhanden und nur wenige Schritte Fußweg liegen vor der Sicht auf dieses wirklich beeindruckende Naturschauspiel.

Torrent de Pareis

Torrent de Pareis

Um nach Pollenca, dem nächsten Ziel, zu gelangen, führt kein Weg an der kurvenreichen Strecke zurück vorbei. Am Ende der Straße verläuft der Weg nun weiter in nördlicher Richtung auf der MA 10. Die grauen Kalkfelsen links und rechts der Straße haben durch die Witterung ein erstaunliches Muster erhalten, ab und an klettert eine wilde Ziege über die Felsen. Je näher man Pollenca kommt, desto fruchtbarer und saftiger wird die Gegend und die Mandel- und Obstbäume zahlreicher. Römer gründeten einst den heute charmanten Ort Pollenca am Fuße der Serra de Tramuntana. Der Kalvarienweg führt, von prächtigen Bäumen gesäumt, zur El-Calvari-Kapelle auf einen Hügel hinauf. Im Convent de Santo Domingo ist das Museu Municipal untergebracht. An der Placa Major treffen sich die Einheimischen in den Bars und Cafes. Ein schöner Ort für eine Rast, einen Stadtbummel oder einen Café Solo.

Nun folgt eine weitere besondere Teilstrecke nach Cap de Formentor. Die MA 2210 verläuft kurz nach Pollenca bis zu dem Punkt, wo Mallorca endet: Dem Leuchtturm am Cap de Formentor. Der Weg auf die 20 Kilometer lange Landzunge führt an steilen, bis zu 400 m hohen Klippen vorbei. Überall finden sich Haltepunkte, die immer neue Aussichten auf diese einzigartige Umgebung bieten. Am Leuchtturm angekommen, kann man bei klarem Wetter Menorca und seine Hauptstadt Ciutadella sehen. Den selben Weg geht es auch wieder zurück, doch aus dieser Perspektive wirkt die Strecke wieder ganz anders.

 Leuchtturm am Cap de Formentor

Leuchtturm am Cap de Formentor

Über Pollenca fährt man nun Richtung Sa Pobla und ab dort weiter geradeaus bis ein Weg hinter Campanet rechts ab zu den Coves de Campanet geht. Die kleinste und von Besucherströmen verschonte Tropfsteinhöhle der Insel wurde erst 1945 entdeckt. Ein begleiteter Rundgang dauert etwa 45 Minuten und Parkmöglichkeiten sind reichlich vorhanden. Ein Restaurant am Eingang zur Höhle bietet einen schönen Ausblick. In unmittelbarer Nähe liegt die Capella de Sant Miquel, eine der ältesten Kirchen auf Mallorca. Im Bauernhaus nebenan erhält man, falls jemand zu Hause ist, den Schlüssel für eine Besichtigung. Erst Richtung Llubi und dann über die MA 3440 ist Inca und das Ende der Tour in 10 km erreicht.

(Gesamtlänge 173 km)