Archiv für die Kategorie ‘Österreich’

Berühmte Klöster in Österreich – eine Mietwagentour

Mittwoch, 25. Januar 2012

Der intensiv gelebte Katholizismus hat die Klöster Österreichs zu einflussreichen und machtvollen Häusern gemacht. Sie standen für Kultur und Bildung, aber auch für Weinbau und Landwirtschaft. Bis heute ist das Ansehen der Stifte sehr hoch. Bewundert werden aber vielmehr die Kunstschätze, die sich hinter den dicken Mauern verbergen. In einigen Konventen bietet sich die Möglichkeit einer oder mehrerer Übernachtungen an, um die Mietwagentour der Kloster mit etwas Besinnung und Ruhe zu verbinden.

Das erste Kloster der Tour liegt nah zur tschechischen Grenze in Zwettl. Das dortige Zisterzienserstift ist das drittälteste existierende Zisterzienserkloster der Welt. Neben dem alten Kloster ist eine Besichtigung der Gärten und Orangerien zu empfehlen. Wunderschön ist auch die Natur, in das sich das Kloster schmiegt. Das Waldviertel, der nordwestliche Teil Niederösterreichs, wird zur ausgiebigen Betrachtung bei der Fahrt zum nächsten Kloster durchfahren. 123 Kilometer Strecke liegen zwischen dem Stift Zwettl und dem Stift Klosterneuburg, an dessen Ende eine romantische Fahrt entlang der Donau steht (B38, B37, S5, Richtung Wien fahren, A22, Ausfahrt Klosterneuburg auf B14). Führungen durch das Kloster mit ausführlichen Erklärungen der großen Kunstschätze der Abtei finden täglich zwischen 10.00 und 17.00 Uhr statt. Am östlichen Rand des idyllischen Donautals der Wachau thront hoch auf einem Berg das Benediktinerstift Göttweig. Ähnlich idyllisch ist schon die Fahrt dorthin. Immer mit Blick auf die Donau bewegt man den Mietwagen durch saftiges Grün und dichtes Waldgebiet (64 km, B14 westlich, L2152, B213, Wilhelmstr., geradeaus bis L2148, L2154, LH112, B43/Tullner Str., B37, B33/Melk, LH100, LH114/Wienerstr., links auf Keramikstr.). Seit 2001 ist das Kloster Weltkulturerbe, dennoch ist es spirituelles Zentrum und Wohnhaus von etwa 45 Mönchen. Besichtigt werden darf es dennoch. Nicht nur die barocke Pracht steht dabei im Mittelpunkt, sondern auch der herrliche Ausblick von dort oben in das weite Land. Das berühmteste Kloster Österreichs, das Stift Melk, ist nur 38 Kilometer entfernt. Und noch dazu sind es die schönsten Kilometer der ganzen Reise. Die wunderbare Wachau lässt sich nicht besser genießen als auf diesem Streckenabschnitt aus dem Mietwagenfenster heraus. Einfach nur genießen steht auf dem Programm (LH114 westlich, links auf B33, L5350, L5348). Ganz zu recht ist das Kloster Melk so berühmt, ist es doch in einem prächtigen Barockbau untergebracht. Für einen Besuch sollte man sich einen ganzen Tag Zeit nehmen. Wie ein Schloss kommt das nächste Kloster daher. Das Augustinerstift Sankt Florian liegt in der gleichnamigen Ortschaft nahe Linz (86 km, L5340, L5348, B3A, A1/E60 Ausfahrt Sankt Florian, L566). Marmorsaal und die über 140.000 Bücher fassende Bibliothek sind die Sahnestücke der Abtei. Im letzten Kloster der Reise kann man, einfach aber gut, übernachten. Das Stift Kremsmünster bietet Zimmer gegen eine kleine Spende (etwa 20 Euro werden erwartet) an. Dafür gibt es ein eigenes Bad, ein Bett, eine nette Einrichtung und ein Frühstück im Speisesaal. Der Weg dorthin führt durch kleine Wälder und dann wieder auf lichte Anhöhen, von denen ein wunderbarer Blick in die schwachhügelige Natur mit all seinen Farben und Formen möglich ist (40 km, L1394, L1392, A1, B122).

Von Innsbruck in die Hohen Tauern

Mittwoch, 21. September 2011

In der Hochgebirgsregion Hohe Tauern sind die höchsten Berge Österreich zu finden. Der berühmteste unter ihnen ist sicherlich der Großglockner und er ist mit seinen stolzen 3.798 M.ü.M. auch der Höchste unter den Hohen. Auf beeindruckenden Wegen erreicht man die Bergregion mit dem Mietwagen am besten von Innsbruck, das zudem noch viel für das Auge zu bieten hat und südländisches Flair versprüht.

Blick auf Innsbruck

Blick auf Innsbruck

Innsbruck wird beherrscht von den Bergmassiven der Tuxer Alpen und der Nordkette. Der Blick über die Inn mit den bunten Bürgerhäusern, die das Ufer Säumen und den Bergen im Hintergrund ist immer wieder grandios. Durch die Altstadt gelangt man auf den schmalen Laubengängen und auf verwinkelten Gassen rund um das goldene Dachl. Das goldene Dachl ist ein mit über 2.000 vergoldeten Kupferschindeln verzierter Erker und das Wahrzeichen der Stadt. Zwei Minuten Fußweg weiter befindet sich die Kaiserliche Hofburg, die im Inneren einen traumhaften Rokokosaal verbirgt.

Krimmler Wasserfälle

Krimmler Wasserfälle

Mit dem Mietwagen geht es nun ins Gebirge. Etwa 97 Kilometer fährt man bis zum Anfang des Nationalparks Hohe Tauern über sanft geschwungene Straßen und dem immer näher kommenden Alpenpanorama bis zu den Krimmler Wasserfällen (E45 Salzburg/München, bei Ausfahrt Zillertal auf B181, weiter auf B169, rechts auf Gerlos Str.). Am Parkplatz stellt man den Mietwagen ab und begibt sich zu Fuß auf den vier Kilometer langen Wasserfallweg. Bereits nach 15 Minuten ist der erste Wasserfall erreicht. Aus über 380 Metern Fallhöhe rauscht das Wasser in die Tiefe und auf dem Weg warten viele Aussichtsplattformen auf die Besucher, von denen die Sicht auf dieses Naturwunder einfach phänomenal ist. Erst am Rande des Hohen Tauerns, dann mitten hindurch führt der Weg weiter, immer mit Traumblick voraus, bis zu den Umbalfällen (83 km, zurück auf B181, rechts halten, rechts auf B108, rechts auf Virgener Landstr/L24, von Hinterbichl bis nach Ströden). Auch hier stellt man den Mietwagen wieder auf dem Parkplatz ab und muss noch eine halbe Stunde Fußweg auf sich nehmen, um den Wasserschaupfad entlang der Umbalfälle zu erreichen. Das geht auch romantisch und ein wenig schneller mit der Pferdekutsche.

Wieder zurück auf der B108 hält man sich nun südlich, fährt über den Wintersportort Lienz (die stolzen Bürgerhäuser am Hauptplatz sind durchaus einen kleinen Stopp wert), dann auf die B107 und erreicht nach insgesamt etwa 100 Kilometern Freiwandeck. Am Ende der Stichstraße zeigt sich die Kaiser-Franz-Josefs-Hütte am Großglockner, die so heißt, da ihr 1856 Kaiser Franz Josef und seiner „Sisi“ einen Besuch abstatteten. Das Panorama, das einem aus luftiger Höhe geboten wird, war sicherlich damals genau so faszinierend, wie es heute noch ist.

Zell am See

Zell am See

Ein besonderes Highlight dieser Tour folgt nun auf dem Weg nach Zell am See. Die B107 hat in nördlicher Richtung den Beinamen Hochalpenstraße und ist die wohl schönsten Alpenstraße im Hohen Tauern. Auf 48 Kilometern hat sie 36 Kehren und überwindet über 2.000 Höhenmeter. Sie windet sich durch grüne Täler, blühende Almwiesen und mächtige Felsen und gibt den Blick frei auf ewiges Gletschereis. Am Ende der B107 wechselt man auf die B311 und ist nach insgesamt 54 Kilometern in Zell am See. Nach der eindrucksvollen Fahrt entspannt man einem der netten Cafés mit Blick auf den See, schlendert danach ein wenig durch den hübschen, historischen Ortskern und hat vielleicht auch Lust auf den Besuch des Stadtmuseums im ehemaligen Getreidespeicher aus dem 10. Jhd. am Stadtplatz. Auch die Stadtpfarrkirche und Schloss Rosenberg, das heutige Rathaus, sind mehr als einen Blick wert und fußweit zu erreichen. Ein toller Service der Stadt sind die Kurzparkplätze, meist in der Nähe des Sees. Eine Stunde darf der Mietwagen hier kostenlos abgestellt werden, jede weitere Stunde kostet lediglich einen Euro.

Auch die Rückfahrt nach Innsbruck hält fesselnde Ausblicke auf die Hohen Tauern und die wilde Gebirgswelt bereit, die auf den letzten 145 Kilometern ausgiebig genossen werden können (B168, B165, B169/Zillertaler Str., A12/Innsbruck, Ausfahrt Innsbruck-Ost).

Linz – eine Tagestour in den Osten Österreichs

Donnerstag, 10. März 2011

Als Industriestadt ist Linz vielen bekannt, als staubige Stahlstadt mit wenig Reiz. Dieses Image aber hat die Stadt, mittlerweile, zu unrecht. Umweltprojekte sorgten für mehr Grün und weniger Grau, die Kulturszene wächst stetig und Linz mausert sich immer mehr zu einem Besuchermagnet.  Aber auch das Umland ist eine Reise wert. Mit dem Mietwagen lassen sich in einer Tagestour historische Orte und Klöster besuchen, verbunden mit herrlichen Fahrten über Landstraßen.

Antiker Feuerlöscher in St. Florian

Antiker Feuerlöscher in St. Florian

Besonders hervorzuheben sind in Linz die vielen Museen unter denen einige mit gewagter Architektur herausstechen (Lentos, Ernst-Koref-Promenade 1) andere durch besondere Ausstellungsformen (Ars Electronica Center, Graben 15). Besinnlichkeit findet man im Augustinerstift St. Florian in der gleichnamigen Gemeinde, nur 20 Minuten mit dem Mietwagen entfernt (15 km, von Kremplstr. auf B1, rechts auf L564, im Kreisverkehr dritte Ausfahrt auf L1394, dann Stiftstr.). Das Stift ist das größte und auch bekannteste Barockkloster Österreichs. Erhöht auf einem Berg thronend, sieht man seine Pracht schon von weitem. Im Inneren erstrahlt das Kloster fast gänzlich unversehrt wie schon im 16. Jahrhundert. Anton Bruckner, berühmter Komponist und Organist, wurde nach seinem Tod nach St. Florian überführt und ruht nun unterhalb der Orgel in der Stiftskirche. Das nächste Ziel, Enns, liegt nur 10 km weiter (Stiftstr. zurück, dann links auf Linzer Str., rechts auf Thannstr./L1394, im Kreisverkehr dritte Ausfahrt auf L566, im Kreisverkehr erste Ausfahrt auf Wiener Str./B1). Enns rühmt sich, die älteste Stadt Österreichs zu sein, was aber umstritten ist. Für ungläubige ist im Ennser Museum  (Hauptplatz 19) die Stadtrechtsurkunde aus dem Jahr 212 ausgestellt. Das Wahrzeichen des Ortes, der 60m hohe Stadtturm, ist nach 165 Stufen erklommen. Belohnt wird der Aufstieg mit einem schönen Blick über Stadt und Land.

Steyr-Lenkrad

Steyr-Lenkrad

Ein wunderschöner Streckenabschnitt steht nun bevor, bei dem der Mietwagen, immer nah zur Enns und der Grenze zu Niederösterreich, in die Romantikstadt Steyr gelenkt wird (20 km, Ennser Str./B309 bis Kreisverkehr, zweite Ausfahrt auf B115). Vom Wasser der Flüsse Steyr und Enns umgeben, befindet sich der historische und malerische Stadtkern auf einer Landzunge. Von Gotik bis Rokoko finden sich fast alle Baustile der Vergangenheit in den alte Bürgerhäusern vor allem rund um das Rathaus und den Stadtplatz wieder. Zahlreiche Parkplätze machen es möglich, den Mietwagen abzustellen und die Stadt zu Fuß zu erkunden. Die nächsten 50 Kilometer ziehen sich über Land durch das fruchtbare grüne Gebiet, das sich zur Donau bis nach Grein erstreckt und von sanfter Hügellandschaft begleitet wird (B122, dann B42, an der Hauptstr. rechts auf B1, bei Wallerseestr. links auf L6058, links auf Greiner Str./B119, über die Brücke bis Grein). Grein, das „goldene“ Städtchen, hat, neben einem reizenden Stadtkern, etwas Besonderes zu bieten. Das Stadttheater Grein ist ein alter Rokokobau aus dem Jahr 1791 und das älteste, erhaltene Theater Österreichs. Etwas außerhalb, auf dem Granitfelsen Hohenstein, steht das Schloss Greinburg (Greinburg 1), dass mit dem Mietwagen direkt angefahren werden kann.

Kloster Melk

Kloster Melk

Zum „Tor der Wachau“, einem der schönsten Abschnitte der Donau, geht die Fahrt in direkter Nähe zum Fluss nun weiter nach Melk (40 km, Greiner Str./B119 weiter südlich, geradeaus auf Donauer Bundesstraße/B3, an der Schleuse rechts halten, weiter auf B3, im Kreisverkehr dritte Ausfahrt auf Melker Str.). Berühmt ist Melk aufgrund seines Stifts, nicht nur, weil es in Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ Bedeutung hat. Im Mittelalter war das Stift Melk Zentrum des europäischen Klerus. Viele Mythen ranken sich um die Geschichte der Anlage, die mächtig und imponierend über die Stadt wacht. Durch die wunderschöne Wachau, geprägt von der Donau, den Felsen am Ufer und dichten Wäldern, lenkt man den Mietwagen in einer letzen Etappe nach Krems an der Donau (35km, zurück auf die B3 auf die andere Seite der Donau, dann rechts bis Krems). Die 1.000-jährige Geschichte Krems spiegelt sich im mittelalterlichen Stadtkern wider. Die Gozzoburg in der Altstadt wirkt wie ein italienischer Palazzi. Die 130 km nach Linz zurück sind am schnellsten über die Autobahn A1 zurück gelegt (B35, dann B33, kleines Stück B1, dann auf A1 Richtung Salzburg/Linz).