Archiv für die Kategorie ‘Italien’

Umbrien – Eine Woche im grünen Herzen Italiens

Mittwoch, 14. September 2011

Umbrien wird ganz zu Recht mit dem Slogan „Das grüne Herz Italiens“ beworben. Grüne Hügel, sanfte Berge, Felder, soweit das Auge reicht, ein traumhaft schöner Binnensee und eine vollkommene und unverbaute Natur machen die Region zu einem beliebten Reiseziel für Naturfans. Feinschmecker lieben Umbrien für die feinen Trüffel, den Bergkäse, das gute Olivenöl und die hervorragenden Weine. Ein besonderes Erlebnis ist eine Reise mit dem Mietwagen durch die Naturparks Umbriens – die perfekte Kombination aus Natur, Kultur und Lebenslust.

Rocca Maggiore

Rocca Maggiore

Am Rücken des Monte Subasio nimmt die Reise in Assisi ihren Anfang. Sie ist Geburtsort des Heiligen Franz von Assisi. Dafür ist sie bekannt und für ihre gut erhaltene Stadtmauer, den mittelalterlichen Charakter und die Festungsruine Rocca Maggiore. In unmittelbarer Nähe zur Stadtmauer befinden sich drei bewachte Parkplätze, die man für den Mietwagen nutzen sollte. Um den Monte Subasio herum verteilen sich im Parco del Monte Subasio Hügel und Täler, kleine Ortschaften, Klöster und Brücken und verbinden sich zu einer einzigartigen Landschaft. Die Route durch den Park führt erst nach Costa di Trex (7 km, SS444), wo man aus 500 m Höhe einen begeisternden Blick auf den Tescio hat, dann ins hübsche Armenzano (5 km, SP249) und schließlich durch dichte Olivenbaumhaine nach Collepino (9 km, SP249) mit einer antiken Grundstruktur. Nur 7 Km weiter auf der SP249 findet sich Spello, ein kleiner Ort altrömischen Ursprungs mit kleinen, verwinkelten Gassen.

Durch die Ausläufer des Parks hält man sich dann mit dem Mietwagen nördlich und erreicht nach 46 Km Fossato di Vico im Parco del Monte Cucco (SS75, SS3). Über das Gebirge des Apennins ragt stolz der 1500 Meter hohe Monte Cucco, der langsam in weiche, grünbewachsene Hügel und blühende Weiden übergeht. Man durchfährt den Regionalpark auf der SS3 und biegt in Scheggiae Pascelupo rechts auf die SR360 ab. Über die SP16, die ein großes Stück durch die Region Marken leitet, erreicht man nach  etwa 70 Km Colfiorito, die dem Parco di Colfiorito seinen Namen gab. Eine romantisch schöne Hochebene mit kleinen Seen und schilfbewachsenen Sümpfen prägt diesen kleinen Park, den man mit dem Mietwagen auf den Wegen, die durch ihn führen, einmal durchfahren sollte.

Der nächste Regionalpark der Tour ist der langgezogene Parco fluviale del Nera (70 km bis Ferentillo, SS77, SS3, SS685, SR209). Flüsse, Seen, ein Wasserfall und Grotten sind seine kleinen Wunder der Natur. Auf der SR203 und der SS79 lenkt man den Mietwagen über 18 Km mitten durch den Park bis zum poetisch klingenden und beindruckenden Wasserfall Cascata della Marmore unweit von Terni. Über das Zentrum von Terni, wo man den Mietwagen stadtnah parken und sich ein wenig umsehen sollte, ist das nächste Ziel die auf einem Hügel oberhalb des Tiber gelegene Stadt Todi (53 km, SS79, SS675, SS3bis, SP378). Für die Stadtbesichtigung eignet sich der Parkplatz an der Porta Orvietana. Von dort bummelt sich eine Kabinenbahn in das Zentrum. Entlang des ansprechend schönen Tiber, der in den Lago di Corbara mündet, erreicht man den Parco fluviale del Tevere (25 km, SS79 bis, SS448). Hier und da erblickt man ein altes Schloss, Schluchten tun sich auf, dann der ruhige See – durch diese Natur zu fahren ist einfach nur großartig.

Romanisch-gotischer Dom in Orvieto

Romanisch-gotischer Dom in Orvieto

Auf dem Weg liegt als nächstes Orvieto (13 km, SS448, SS205), die schon bei der Anfahrt ihre Schönheit zeigt. Die Altstadt und der weit überragende Dom, eines der schönsten Gotteshäuser romanisch-gotischer Zeit, liegen auf einem 200 Meter hohen Plateau, drumherum sieht man nur grün, Weinberge und einzelne Steinhäuser. Der letzte Naturpark der Mietwagenreise ist der Parco del Lago Trasimeno (78 km, SS71, SP52, SP58, SP59, SS220, rechts auf Strada Corgnano). Den beliebten See, immerhin der viertgrößte Italiens, kann man auf einer schön angelegten Straße, die durch kleine Fischerdörfer und durch Weinberge führt, umrunden. Der Blick auf den See, mit dem Gebirge im Hintergrund ist aus allen Richtungen hinreißend, das Nord- und Ostufer ist aber sicherlich am schönsten.

Friaul – Der Tagliamento, das Kanaltal und Udine

Mittwoch, 07. September 2011

Der Nordosten Italiens ist für viele Reisende einfach nur ein Punkt auf der Karte nahe Österreich und der slowenischen Grenze. Das ist gut. Gut für diejenigen, die einen Urlaub im fast unentdeckten Friaul planen und mit dem Mietwagen vom Süden kommend einem der letzten Wildflüsse der Alpen entgegenfahren möchten. Viel bestaunenswerte Natur, einsame Straßen und urgemütliche Städte gilt es zu erobern bei einer Reise, auf der die leiblichen Genüsse, Wein, Schinken und Pasta einfach dazu gehören.

Der Tagliamento im Norden Italiens

Der Tagliamento im Norden Italiens

Den Anfang findet die Reise in San Vito al Tagliamento. Das kleine Städtchen mit dem hübschen, mittelalterlich geprägten Stadtkern, ist ein betriebsamer Ort. Trotzdem weiß man sich auf der zentralen Piazza del Popolo zu amüsieren. Drei Stadttore und die Reste einer Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert sind noch erhalten und geben eine faszinierende Kulisse ab. Etwa 30 Kilometer fährt man nach Spilimbergo und überquert dabei zweimal den Tagliamento. Einmal bei Ponte della Delizia und das zweite Mal bei Dignano (SS463, SS13, SS463, SS464). Fährt man auf Spilimbergo zu, so sieht man schon aus dem Fenster des Mietwagens, welche Schönheiten der Natur noch folgen werden. Im Vordergrund das flache Flussbett, dahinter die Stadt und am Horizont ragen die sonnenbeleuchteten Gipfel der Berge empor. Das ist einfach nur zum niederknien. Aber zuerst wird Spilimbergo besucht. Vom Geschlecht der Spengenberger wurde die Stadt im Mittelalter beherrscht, wo auch der Name des Ortes herrührt. Zurück blieb eine eindrucksvolle Burganlage. Der gotische Dom ist mit schweren Fresken geschmückt und auch die Orgel mit der Holzverkleidung ist sehr sehenswert.

Über den Fluss fährt man nun wieder zurück nach Dignano und hält sich weiter nördlich bis nach San Daniele del Friuli (20 km, SS463). Für den Besuch San Danieles gibt es zwei Gründe. 1. Grund: Die Fresken von Pellegrino da San Daniele in der kleinen spätgotischen Kirche Sant’Antonio Abate. 2. Grund: Der grandiose San-Daniele-Schinken. Man bekommt ihn überall im Ort und er schmeckt auch überall himmlisch. Weiter dem Fluss entgegen, erreicht man nach traumhaften 20 Kilometern Gemona del Friuli (SS463, Via Osoppo). Auf den Wegen von den Alpen an die Adria, entstanden im Mittelalter wichtige Zentren für den Handel. Viele dieser kleinen, historischen Kleinode wurden bei einem Erdbeben 1976 stark zerstört. Doch man bemühte sich, die Städte wieder originalgetreu nachzubauen. So auch in Gemona del Friuli, wo der Dom und das Renaissancerathaus in neuem altem Glanz erstrahlen.

Straße in Venzone

Straße in Venzone

Auch in Venzone, wurden die alten Steine nach dem Beben wieder zusammen gesetzt und von der kompletten Zerstörung der Altstadt ist nichts mehr zu sehen (7 km, SP20, SS13). Die schmale und bergige SS52, die gigantische Ausblicke auf den Tagliamento und die Berge verspricht, bringt den Mietwagen nach Tolmezzo (20 km, SS13, SS52). Tolmezzo, der Hauptort der Karnischen Alpen, besitzt eine entzückende Altstadt mit den für die Region typischen Laubengängen. Bis in das Drei-Länder-Eck Italien-Österreich-Slowenien geht die nächste Etappe mitten durch das Kanaltal, das die Karnischen von den Julischen Alpen trennt. Viel Österreich erkennt man in der Umgebung, die vereinzelten Holzhäuser in den Bergen lassen einen gar nicht vermuten, in Italien zu sein. Doch die Gastfreundschaft und vor allem das gute Essen, zeigt eindeutig, dass man die Grenze nicht passiert hat.

Ziel ist Tarvis (72 km, SS52, SP23, Strada per Ravinis, Strada Comunale Moggio-Chioroschiottis, SS13). Nach Travis kam und kommt man wegen des Marktes, oder um Bergtouren zu starten. Für den Rückweg nach Udine mit einem Abstecher nach Tarcento, wählt man mit dem Mietwagen die Strecke über einen Teil der Autobahn A23, da man sonst über Slowenien reisen müsste (98 km, A23, Ausfahrt Gemona-Osoppo, SS13, SP4). In Udine sollte man zwischen 18 und 20 Uhr sein. Dann nämlich ist Aperitifstunde, die auf den beiden Plätzen der Stadt zelebriert wird. Nach der spannenden Reise genau das Richtige.

Romantische Bildmotive in Latium

Mittwoch, 03. August 2011

Überall dort, wo sich glühende Lava nach einem Vulkanausbruch ausbreitet, entsteht nach einiger Zeit fruchtbarstes Land. So auch in Latium. Wein, Oliven-, Obst- und sogar Nussbäume wachsen in trauter Eintracht beieinander. In den tiefen Kratern, von der Lava erschaffen, bildeten sich traumhafte Seen und besonders in der Gegend um Tivoli zeugen die heissen Quellen von der Kraft, die noch immer unter der Erde schlummert. Die Küsten Latiums zeigen sich vor allem im Süden der Region mit weissem Sand und seicht-welligem Meer. All diese romantischen Bildmotive finden sich auf einer Tour im Mietwagen durch Latium. Beginn und Ende der Reise ist in Rom.

Lago Bracciano bei Anguillara

Lago Bracciano bei Anguillara

Von Rom geht es zuerst zu den Tolfabergen nahe Allumiere (93 km, A91, A12 Richtung Civitavecchia, Ausfahrt Via Terme di Traiano, links Richtung Allumiere). Die Strecke dorthin leitet den Mietwagen am Tyrrhenischen Meer entlang – eine traumhafte Gegend, links das Meer, rechts die Berge. Die einsam gelegenen, grünbewachsenen Hügel sind perfekt für ein Foto, das auch nach dem Urlaub noch Sehnsüchte weckt. Romantisch ist auch die kleine Stadt Anguillara am Lago di Bracciano (47 km, SP3a, SS493, SP11b). Auf einem Hügel inmitten des Sees liegt die guterhaltene, mittelalterliche Altstadt. Das beste Fotomotiv erhält man vom Strand an der Viale Reginaldo Belloni. In Zentrum von Caprarola steht ein prachtvolles Landhaus, der Palazzo Farnese (35 km, SP12b, SP4a, SS2, SS311/Firenze, SP1, SP69). Nicht weit ist der von den Hängen der Cimini-Hügel umgeben Lago di Vico (3 km, Via San Rocco, SP69).

Subiaco

Subiaco

Eine Panoramastraße führt um den See herum und an den Haltebuchten lassen sich eine Vielzahl romantischer Szenen mit der Kamera einfangen. Langweilig werden die nächsten 120 km bis Subiaco zur Abtei San Benedetto nicht, denn den Mietwagen lenkt man durch zahlreiche Naturgebiete, über Flüsse und durch fruchtbare Talebenen (SP1, SS2, SS2b Grande Raccordo Anulare, A90, A24/Pescara, SS5, SS411, SP45a). Über einer Höhle zeigt sich das Kloster wie mit dem Stein verwachsen, karg, aber dennoch verzaubernd.

Ab Gaeta zieht sich bis Terracina ein unübertreffliches Stück Strand (150 km bis Gaeta, SS411 gen Süden, SP61a, SP110a, SP26a, SP198, SS155, A1/Roma Ausfahrt Cassino, SS630, SS7, SS213, SS213 weiter 33 km bis Terracina). Blühende Kakteen am Dünenrand, der weisse Sand und die kleinen Berge hinterm Meer – das ist ein tolles Motiv für jeden Fotografen. Im Landesinneren zeigt sich Sermoneta aus dem Mietwagenfenster schon von weitem (44 km, SS7, Via Roio, SP24, SP37). Die kleine Gemeinde liegt auf dem Gipfel eines Hügels und der Blick auf die Pontinische Ebene ist wirklich großartig. Im Tal darunter, in nur acht Kilometern über die Via Ninfa zu erreichen, befindet sich Ninfa. Das mittelalterliche Dorf ist verlassen. 1921 wandelte die Familie Caetani das Gebiet in einen botanischen Garten mit Bächen und Wasserfällen um, der die Umschreibung malerisch wirklich verdient hat. Das nächste Ziel ist das verträumte Nemi (35 km, SP17, SS7, SP217, SP76a), das sich tapfer auf einer schmalen Terrasse in den Bergen über dem Lago die Nemi festhält. Doch nicht nur der Ort bezaubert, auch der Blick auf das spiegelglatte Wasser des Kratersees regt zu Tagträumen an.

Porta del sole in Palestrina

Porta del sole in Palestrina

Auch Palestrinas Häuser ziehen sich einen Hügel hinauf. Doch zuvor bieten sich auch auf dem Weg träumerische Szenen dem Kameraobjektiv an, denn den Mietwagen lenkt man durch den zauberhaften Parco Regionale dei Castelli Romani (25 km, SP217, SP18d, SP26b, SP58b, SS6, SP57a, SS155). Terrassenförmig wurden die Häuser des Ortes in den steilen Monte Ginestro gebaut. Den besten Standort für das perfekte Foto auf dieses Wunderwerk hat man vom etwas höher gelegenen Castel San Pietro Romano (6 km). Bei guter Sicht ist sogar ein Blick auf die Albaner Berge bis nach Rom möglich. Wenn Rom schon erkennbar wird, kann es nicht mehr weit sein. Nur noch 45 Kilometer und etwa eine Stunde bleiben einem im Mietwagen bis zum Ziel und vielleicht erhascht der ein oder andere ja noch ein paradiesisches Sujet um die Fotosammlung zu komplettieren (SS155, SS216, A1/Roma).