Archiv für die Kategorie ‘Italien’

Rund um den Luganer See

Mittwoch, 04. Januar 2012

Der Luganer See befindet sich etwa je zur Hälfte auf schweizerischem und italienischem Boden. Trotzdem kann man natürlich einmal drum herum fahren. Eine Rundfahrt mit dem Mietwagen hat etwa 150 Kilometer. Das kann man an einem Tag schaffen, oder man dehnt die Autoreise auf mehrere Tage aus. Denn es gibt viel zu sehen rund um den See und die Ausblicke von den Anhöhen auf Italien und die Schweiz sind zu schön, um sie nicht ausgiebig zu genießen.

Monte San Salvatore bei Lugano

Monte San Salvatore bei Lugano

Man beginnt die Tour in Melano auf Schweizer Gebiet. Melano war im Mittelalter ein wichtiger Hafen und noch heute sind einige Herrschaftshäuser aus dieser Zeit erhalten. Nur fünf Kilometer ist die erste Etappe nach Bissone lang, doch der erste Eindruck vom See ist schon sehr eindrucksvoll. Im ruhigen, blauen Wasser spiegeln sich die nahen Berge, die je nach Jahreszeit grün oder weiß leuchten (Route 2). Bei der Weiterfahrt nach Campione d’Italia fällt die dichte Bebauung auf, die sich hoch in die Hänge zieht (3 km, Via Campione). Jetzt geht es hinauf in die Höhenlagen nach Lanzo d’Intelvi. Den Mietwagen bewegt man ruhig auf den schmalen Straßen, die sich in engen Kurven durch die Landschaft schlängeln. Von hier oben sieht man den Luganer See zum ersten Mal in seiner vollen Pracht (15 km, Via Campione zurück, Route 3, Frazione Piazzo, Calfaree, Via Confine, Viale Campione d’Italia, Via Ceresola).

Weiter genießt man den Höhenblick auf den See und die Berge auf dem Weg von Pellio Intelvi über Laino (9 km, SP13). Dann flachen die Straßen wieder ab und die dichten Wälder der Region treten in den Vordergrund. Bei Claino Bassa fährt man mit dem Mietwagen wieder direkt am Wasser entlang und hat dafür die fantastische Sicht auf die hohen Berge der gegenüberliegenden Seite. Porlezza und Albogasio werden noch passiert, bevor man in Gandria wieder auf Schweizer Straßen fährt (20 km, SP14, SS340). Wie Bienenwaben kleben die Häuser in Gandria am Hang bis hinunter an den See. Das ist ein zugegeben etwas kurioser Anblick.

Lugano

Lugano

In die heimliche Hauptstadt des Tessin nach Lugano fährt man nur 10 Minuten (5 km, Strada di Gandria, Via Riviera). Nachdem man den Mietwagen langsam über die Promenade Luganos chauffiert hat folgt einer der schönsten Abschnitte der Autofahrt: Durch das Scairolo-Tal fährt man durch Wald und Weinberge nach Barbengo (18 km, Riva Vincenzo Vela, Riva Paradiso, Route 2, Route 3, Via delle Scuole). Auch auf dem weiteren Weg über Agno, Ponte Tresa und Lavena Ponte Tresa lassen unbebaute und niedrig bewachsene Flächen großartige Blicke über den geschwungenen See und die massige Bergkulisse im Hintergrund zu (15 km, Route 3, Route 398).

Auch die folgenden 25 Kilometer stehen den vorangegangenen in keinster Weise nach. Noch immer kann man sich nicht satt sehen am See und der ländlichen Idylle, die ihn umgibt. Porto Ceresio, Brusino und Rive San Vitale, allesamt klein, schön und von südländischem Charme, sind die letzten Orte die mit dem Mietwagen durchfahren werden, bevor die Reise wieder in Melano endet (SP61, SS344, Via a la Poncia, Via Poiana, Via Stefano Franscini, Route 3, Route 2).

Auf der Suche nach den schönsten Fotomotiven in der Toskana

Mittwoch, 16. November 2011

Zugegeben, die schönsten Fotomotive in der Toskana zu suchen, kommt der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleich. Wie soll man unter all den famosen Gegenden und Gebieten der Toskana nur das Schönste, das Beste, das ultimative Bildmotiv finden? Schönheit liegt ja immer im Auge des Betrachters, deswegen bieten wir hier nur eine Auswahl der schönsten Landschaften, welche, mit dem besonderen Etwas. Das schönste Bild müssen Sie dann schon selber inszenieren, wenn Sie mit dem Mietwagen unterwegs in der Toskana sind.

Toskana

Toskana

Das Val d’Orcia

Das Tal des kleinen Flusses Orcia hat das Bild der Toskana entscheidend mitgeprägt. All das, was man sich von der Toskana erträumt, ist hier zu finden – landschaftlich, wie auch kulturell. Ein Grund für die UNESCO, das Tal zum Weltkulturerbe hinzuzufügen. Viele kleine Dörfer und Städte mit mittelalterlichem Stadtbild erzählen von der Geschichte der Region. Viele Wege führen durch das Val d’Orcia. Wir favorisieren diese: Von Pienza geht es mit dem Mietwagen nach San Quirico (10 km, SS146), dann nach Montalcino (15 km, SR2, SP14), Castiglione d’Orcia (26 km, SP55, SS323) und schließlich nach Radicofani (26 km, SS323, SR2, SS478).

Die schönsten Bildmotive unterwegs: geschwungene Zypressen-Alleen, die sich die Hügel hinaufziehen; Felder voll Akazien und Feigenbäumen; kleine Pinienbaum-Gruppierungen auf weizengelben Feldern; ein einsames Landhaus auf einem Hügel mit spitzen Zypressen rechts und links der Einfahrt.

Strada die Castelli del Chianti

Chianti – Inbegriff italienischer Weinkultur und unzähliger Weinreben auf sanften Toskana-Hügeln. Hier ist die Natur rein und gesund wie der aus den Trauben gewonnene Wein. Eine wunderbare Bergstraße zieht sich kurvenreich durch das Gebiet und verbindet alte, besichtigungswürdige Schlösser und Burgen. Auf der Jagd nach dem nächsten Top-Bild bietet sich dadurch ein noch vielfältigeres Angebot. Ein bisschen Zeit und Muße sollte man mitbringen für diese Tour, denn auch wenn die Distanzen kurz erscheinen, auf den gewundenen, schmalen Straßen des Chianti reist es sich im Mietwagen langsam. Für diese Route mit 80 Kilometern benötigt man den ganzen Tag: Vom Castello di Brolio zum Castello di Meleto (9 km, SP484, SP408, SP73 B), dann zum Castello di Spaltenna (3 km, SP408), Badia a Coltibuono (6 km, SP408), Castello di San Polo (45 km, SP408, SP14, SP72, SP68, SP16, SR222) und dann zum Badia a Passignano (17 km, SP3, SP92, SP118, Strada di Greve).

Die schönsten Bildmotive: Olivenhaine; akkurate Weinberge vor wilder Hügellandschaft; Burgen und Schlösser mit Patina; dichte Steineichenwälder.

Crete Senesi

Crete Senesi

Crete Senesi

Die Crete Senesi erinnert eigentlich gar nicht an die typische Toskana. Die durch Erosionen geprägte Landschaft ist eher karg und doch auf ihre ganz eigene Art faszinierend. Innerhalb der Crete befindet sich auch das Badland der Accona-Wüste. Durch den geringen Niederschlag, der den Badlands immanent ist, hat sich ein furchenreiches Gebiet gebildet. Weg der Mietwagentour: San Giovanni d’AssoBuonconvento (17 km, SP60, SS451) – Monteroni d’Arbia (13 km, SR2) – Asciano (16 km, SP12, SS438) – Rapolano Terme (9 km, SP26).

Die schönsten Bildmotive: weiße, hohe Hügel mit schmalen Furchen; einsame Bäume auf braunen Feldern.

Von den Bergen um Trient zu den Seen

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Das Trentino reicht von den Dolomiten bis zum Gardasee. Grund genug, diese Region richtig kennen zu lernen. Bei einer einwöchigen Tour mit dem Mietwagen kann man der Natur förmlich dabei zusehen, wie sie sich von der Bergwelt in ein flaches Wassergebiet „verwandelt“. Start und Endpunkt der Reise ist Trient, dazwischen warten unter anderem Orte wie Cles und Rovereto, der Lago di Molveno und der Lago di Garda.

Schloß Arco im Trentino

Schloß Arco im Trentino

In Trient, Hauptstadt der Region, der sie ihren Namen gibt, sollte man nicht einfach nur den Mietwagen entgegen nehmen. Dafür ist die Stadt schlicht zu schön, zu außergewöhnlich. Zu bestaunen sind ein romanischer Dom, eine mächtige Burg und Straßen mit wunderschönen Bauten aus der Renaissancezeit. Etwa 10 km weiter nördlich und von herrschaftlichen Bergen der Dolomiten umgeben liegt Lavis (Via del Brennero, Via Bolzano, SS12). Der alte Dorfkern setzt sich aus vielen kleinen Gassen und Straßen zusammen, die „pristoi“ genannt werden. Auf einem Felsen oberhalb des Ortes zeigt sich der Garten Ciucioi mit Treppenwegen, Verliesen und einer kleinen Burg.

Durch das Nonstal, dem Val di Non, das schmackhafte Äpfel in einer Landschaft voller Wälder, Wiesen und Gipfeln hervorbringt, geht es dann nach Cles am Lago di Giustina (34 km, SP235, SS43). In einer Höhe von 650 m findet sich Cles am Westufer des Stausees. Der Blick von hier über den See und in die weiten Berge im Hintergrund hinein ist einmalig. Im Frühjahr, zur Apfelblüte, kommt noch der Anblick von abertausenden rosaroten und weißen Blüten hinzu…

Molveno am See

Molveno am See

Noch einmal durch das Nonstal in südlicher Richtung lenkt man den Mietwagen etwa 40 km durch die angenehme Natur bis zum wunderschönen Lago di Molveno, genauer nach Molveno (SS43, SS421). Von der Sauberkeit des Sees zeugen die vielen Fischarten, die sich in ihm tummeln. Die kristallklare Reinheit lässt sich auch an der Wasseroberfläche erkennen. Um den See liegen dichte Wälder, die von schmalen Flussläufen durchzogen sind. Im Luftkurort Molveno liegen viele Hotels in direkter Nähe zum See. Ein herrliches Fleckchen für einen kurzen oder auch längeren Aufenthalt. Wer nicht segelt oder surft genießt einen Tag am See an kleinen Stränden und Buchten rund um das Gewässer.

Der Gardasee darf auf dieser Mietwagentour natürlich nicht fehlen. Riva del Garda ist etwa 45 km entfernt, die Fahrt dauert rund eine Stunde. Viele werden aber viel länger als eine Stunde unterwegs sein, immer wieder anhalten und Blicke schweifen lassen, denn die Aussichten sind phantastisch. Ob alte, hölzerne Brücken, romantische Uferstraßen, Berge, Wiesen oder Flussauen, alles ist zu sehen (SS421, SP33, SS421, SP37). Riva del Garda ist bei Surfern ebenso beliebt, wie bei Familien. Der Grund ist der kilometerlange Sandstrand, der am Gardasee so nur in Riva zu finden ist. Die drei erhaltenen Stadttore Rivas führen in den Fußgängerbereich der Altstadt. Auf der Piazza III Novembre spielt sich abends das Leben ab und dort findet sich auch das Wahrzeichen, der Torre Apponale, der auf keiner Fotostrecke der Reise fehlen sollte.

Rovereto umrahmt von Bergen

Rovereto umrahmt von Bergen

So langsam geht es mit dem Mietwagen wieder auf den Rückweg. 23 km in östlicher Richtung fährt man bis Rovereto (SS240, SP23, SS240, SS12). Bis 1919 gehörte Rovereto zu Österreich, nach zahlreichen Kämpfen im 1. Weltkrieg ging es in italienisches Staatsgebiet über. Sehr sehenswert ist die Altstadt mit den vielen Gassen und Palästen mit venezianischen Einflüssen. In der venezianischen Burg befindet sich heute das größte italienische Kriegsmuseum, das sehr übersichtlich von den beiden Weltkriegen berichtet. Noch ein See steht auf dem Programm, der Lago di Caldonazzo (34 km, SS12, SS349, SP1dir). Das Meiste vom See hat man, wenn man in Caldonazzo bleibt. Von dort sind die romantischen Spaziergänge am Ufer möglich, die Wassersportmöglichkeiten sind zahlreich und die Restaurants im historischen Zentrum des Dorfes mit landestypischer Küche erfreuen den Gaumen. An diesem Ort ein paar erholsame Tage zu verbringen, bevor die Reise in Trient endet, ist sehr zu empfehlen. Hier baumeln Seelen richtig. Mit einer Fahrt entlang der idyllischen Ostseite des Sees lenkt man den Mietwagen wieder nach Trient (SS47, SS12).