Archiv für die Kategorie ‘irland’

Eine 5-Tagestour ab Limerick

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Westlich von Limerick gibt es eine ganze Menge zu erleben. Da kann man den Ring of Kerry umfahren, die Küste entlang düsen oder ausgiebig die drei Halbinseln bewundern. Oder alles auf einmal. In fünf Tagen mit dem Mietwagen.

Blick über den Shannon auf Limerick

Blick über den Shannon auf Limerick

Von Limerick hält man sich westwärts und befährt mit dem Mietwagen die N69. Zuerst noch durch kleine Städte kommend, wird es weiter westlich immer einsamer. Die Natur tritt in den Vordergrund. Immer wieder zweigen kleine Wege an die Küste ab. Zum Beispiel zum Beagh Castle (30 km, von N69 abzweigen Richtung Ballinacourty). Dann verläuft die N69 ganz nah am Meer entlang. Erstaunt nimmt man die hohen Wiesen mit den bunten Wildblumen zur Kenntnis, die man in dieser rauen Felsenwelt niemals erwartet hätte. Die vielen kleine Burgen und Türme entlang des Wegs hingegen passen gekonnt ins Bild. Ab Tarbert knickt die N69 gen Süden. Auf ihr verbleibt man nicht länger, sondern setzt die Fahrt über die R551, die R552 und die R554 fort. Noch ein Stückchen nimmt man die R556, die ein nicht minder schönes Land umgibt, und nach etwa 85 Kilometern ist Tralee erreicht.

Tralee ist das Tor zur Halbinsel Dingle, die von den Irlandreisenden die bevorzugte der fünf Halbinsel ist. Kein Wunder, sind doch die Häuser so farbenfroh, die Berge so hoch und das Wasser so blau wie sonst nirgends. Die beherrschende Farbe der Insel ist ein sattes grün in Form von Wiesen, Hügeln und Bäumen. Schafe weiden entlang der Straße und ein paar Meter weiter rauscht ein kleiner Wasserfall an blankpolierten Steinen vorbei. Einen schönen Überblick erhält man auf der N86, die sich fast bis an die Spitze der Insel zieht. Ist man wieder auf der N70 und bleibt dort auch, fährt man ein Stück auf dem berühmten Ring of Kerry, der entlang der Küste der Halbinseln Iveragh verläuft. Begleiter der Strecke: waldiges Moorland, Aussichten auf die Wahnsinnsküste, großartige Hügellandschaften, romantische Buchten und plätschernde Bäche. Von der N70 biegt man bei Kenmare rechts auf die N71 ab. Nach nur einem kurzen Stück biegt man mit dem Mietwagen links auf die R571 und befindet sich auf der Halbinsel Beara.

Beara

Beara

Violett schimmern die flachen Gipfel der Caha Mountains. Steinig sind die Moore und Felder und üben so einen ungekannten Reiz aus. Bis zur Spitze verläuft die R571, dann setzt man die Fahrt auf der R572 fort, die auf der anderen Seite der Halbinsel zurück bis nach Glengarriff leitet (108 km). Die steinigen Felder und Wiesen bleiben einem auch bis Ballydehob erhalten (35 km, N71). Auf der Halbinsel Mizen wird die Natur noch karger. Ginsterbewachsene Moore haben etwas Mystisches. Das Heidekraut und die Wiesen erblühen nur im Sommer, dann aber kräftig von rosa über lila bis orangenrot. Durchbrochen wird das Bild nur von winzig kleine Dörfern mit alten Steinhäusern. Bis an das Ende der Insel sind es etwa 30 Kilometer. Das letzte Ziel der Mietwagenroute befindet sich ganz im Süden des Landes. Baltimore liegt im County Cork und hat einen interessanten Hafen (26 km, N71, R595). Auf den letzten Kilometern beruhigt sich die Landschaft, die Hügel werden flacher, die Felsen werden weniger. Auch die Wellen mögen nicht mehr mit der gleichen Wucht an Land drängen. Bäume und Sträucher treten an die Stelle von Mooren und Schilfwiesen. Und hier im Süden verwöhnt einen die Sonne ein wenig häufiger als im Rest Irlands. Zurück nach Limerick fährt man durchs ganze Land nordwärts in etwa drei Stunden (178 km, R595, R585, R619, N20, M20, R926).

Fünf Tage ab Londonderry durch den Nordwesten Irlands

Mittwoch, 16. November 2011

Im schönen Nordwesten Irlands liegen einige der eindrucksvollsten Landschaften des Landes. Die drei Grafschaften Sligo, Donegal und Leitrim unterscheiden sich stark. Besonders die grandiose Wildheit und die vielen kleinen Halbinseln von Donegal machen neugierig und Lust auf eine fünftägige Mietwagentour ab Londonderry.

Londonerry

Londonerry

Mit einer Fahrt mitten durch das Land in den Süden Donegals, nach Bundoran, beginnt die aufregende Reise (107 km, N13, N15, Abfahrt Bun Dobhrain). Das hübsche, kleine Seebad liegt inmitten der Klippen und stimmt ein auf die Weiterfahrt im Mietwagen nach Ballyshannon, wo man einen ersten Eindruck auf die sagenhaft schöne Landschaft Donegals erhalten kann (7 km, R237). Idyllisch am Fluss Erne gelegen, sind vom Hafen aus die Sandbänke und Dünen des nicht weit entfernten Meeres zu sehen. Für die Strecke in die Stadt Donegal versucht man, mit dem Mietwagen weitestgehend an der Küste lang zufahren. Das klappt auf dem ersten Abschnitt gut, danach geht es dann doch über die N15 (27 km, R231, N15, R267). Sehen kann man dabei nicht nur das tosende Meer und die breiten, goldgelben Sandstrände, sondern auch tiefgrüne Hügellandschaften, aus denen gelbe Blüten und vereinzelte Bäume hervorsprießen. In Donegal lässt sich ein Tag ganz entspannt verbummeln. Mittelpunkt der Kleinstadt ist der dreieckige Platz „The Diamond“, von wo aus ein ausgeschilderter Fußweg zum Donegal Castle abgeht. Einige Kilometer weiter westlich verläuft eine schmale Straße auf eine Landzunge bis zum St. John’s Point (28 km, N56, links auf Castle Heights). Diesen kleinen Abstecher sollte man nicht versäumen, denn man lenkt den Mietwagen durch eine raue Karstlandschaft, die mit unzähligen Wildblumen geschmückt ist. Am Ende der Landzunge belohnt ein Blick vom Leuchtturm über das Meer und die Klippen.

Küstenlandschaft Cerrick

Küstenlandschaft Cerrick

Über Killybegs gelangt man auf seichten Wegen nach Carrick (35 km, N56, R263). Dort werden bald die „Bunglass: The Cliff“-Wegweiser sichtbar. Steil und kurvig geht es über moosbewachsene, grüne Anhöhen zu einem windigen Parkplatz. Von dort ist der Blick schier überwältigend. Bewegt man sich ein paar Schritte vom Mietwagen weg, ist die Sicht auf die Steilküste von Slieve League nicht mehr zu übertreffen (7 km, hinter der Glen Rd scharf links). Noch einmal ist das dichte, schilfbewachsene Moorland zu bewundern, bevor sich plötzlich das grüne Tal von Glencolumbkille auftut. Eine magischer Ort und Moment. Ab hier schlängelt sich die Straße durch Sumpfland und Schluchten bis Ardara (25 km, N56). Hier zeichnet sich die Küste durch große und kleine Halbinseln aus – alle ausnahmslos schön und oft von kleinen Seen durchzogen. Eine von ihnen ist Dawros (12 km, R261, links ab Richtung Middletown). Eine Fahrt mit dem Mietwagen über das Eiland ist von speziellen Eindrücken begleitet. Ob See oder Küste, Hügel oder Düne, alles sieht ganz anders aus.

Genau so ergeht es einem auf der Halbinsel Crohy Head (38 km, R261, N56, Carnmore Rd). Wer nun die Bergwelt der Insel erleben möchte, fährt von Letermacaward in das Owenwee Valley, dann hinauf zu den Ausläufern des Derryveagh Mountains, begibt sich hinunter nach Owenberg und fährt über Fintown zum Loch Finn (87 km). Mit dieser einzigartigen Bergwelt verabschiedet man sich vom Nordwesten Irlands. Zwar gibt es noch viel mehr zu entdecken und bestaunen, doch in fünf Tagen kann man einfach nicht mehr erleben. (Zurück nach Londonderry: 67 km, R250, N14, N13, A2, B507).

Eine Fünftagestour ab Galway

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Das entzückende Galway ist immer eine Reise wert. Viele verbinden den Städtetrip mit einer Reise in die nahen Connemaras und lassen die Grafschaft Mayo vollkommen ungeachtet. Welch Frevel. Nördlich von Galway ist Irland noch weitestgehend unentdeckt und unbefleckt. Ein Traum für jeden Individualurlauber in Irland mit Mietwagen.

Galway Bay

Galway Bay

Wenn man von Galway gen Norden unterwegs ist, sollte man den Mietwagen nicht am Lough Corrib vorbei lenken. Über eine Länge von 44 km erstreckt sich der weitläufige See und offenbart verwunschene Reize. Links um den See führt die N59. Einen Stopp einlegen kann man bspw. bei Carrowmoreknock (21 km, am Ross Lake rechts ab von der N59, Schild nach Tullokyne folgen) und am Aughnanure Castle (14 km, geradeaus, dann wieder links auf N59, rechts weist ein Schild auf das Schloss hin). Von Oughterard sollte man wieder von der N59 abweichen, denn die Lakeshore Road schlängelt sich malerisch durch tiefgrünes und üppiges Hinterland mit Blumen und Wäldern bis zum Ufer bei Curraun (13 km). Den gleichen Weg nimmt man zurück bis nach Oughterard und folgt dann weiter der N59 nordwärts. Idyllisch an kleinen Seen und durch das üppige Moorland führt die Strecke, bis bei Aasleagh die R335 nach Louisburgh abzweigt (81 km).

Clew Bay bei Louisbourgh

Clew Bay bei Louisbourgh

Auch die R335 ist eine wunderschöne Straße – oder vielmehr ist das wunderschön, was man von ihr aus sieht. Am Doo Lough beeindrucken die Berge im Hintergrund und am Glencullin Lough die nebelverhangenen Felder. Man möchte den Mietwagen stundenlang durch dieses Bilderbuchpanorama steuern. Louisburgh liegt mitten in der Clew Bay, einer der schönsten Buchten Irlands mit 365 kleinen Inseln – für jeden Tag des Jahres eine. Die traumhaften Sandstrände der Bucht finden sich zwischen Louisburgh und Murrisk (13 km, R335). Noch neun km sind es von Murrisk bis ins beschauliche Westport (R335). 1780 wurde Westport vom englischen Architekten James Wyatt entworfen. Diesen geordneten Anfängen ist es zu verdanken, dass die Stadt noch heute in sichtbarer Eleganz erstrahlt. Das ist besonders anschaulich in der Stadtmitte an der Promenade, die am Carrowbeg River liegt, zu bemerken. Westlich der Stadt, am Westport Quay, stehen steinerne Lagerhäuser aus dem 18. Jhdt., die sehr schön anzusehen sind.

Achill Island

Achill Island

Es geht mit dem Mietwagen nun noch weiter nördlich in den unbekanntesten und am wenigsten besuchten Teil Irlands: nach Nordwest-Mayo, genauer auf die Achill Island (50 km, N59, links auf Achill Rd/R319). Der Weg dorthin führt über die Meerenge Achill Sound, die den Blick frei gibt auf die Silhouette von Achill Island mit den beherrschenden Bergen Knockmore und Minaun. Auf der Insel sollte man mit dem Mietwagen die schmale Küstenstraße nach Süden nehmen, die als „Atlantic Drive“ ausgeschildert ist. Auch das nächste Ziel ist eine Insel. Die Strecke zur Halbinsel Mullet ist karg und doch fasziniert die braune, ebene Moorlandschaft mit den vereinzelten, dunklen Wäldern (70 km, R319, links auf N59, bei Srahnamanragh links halten, R313). Belmullet ist das Tor zur Halbinsel und ein durchaus ansehnlicher kleiner Ort. Mullet, die stark zerklüftete Halbinsel, ist kaum besucht, also noch so richtig irisch und authentisch. Noch einmal lässt sich die wilde Schönheit Nordwest-Mayos bis nach Porturlin vollends auskosten (40 km, R313, R314, bei Glenview Estate links). Porturlin, ein winziger, charmanter, Fischerhafen, ist einer von vielen kleinen Orten, zu denen die einspurigen Straßen der Gegend führen.

Man kann sich mit dem Mietwagen auch einfach treiben lassen. Entlang der Küste etwas weiter im Osten finden sich die erstaunlichen archäologischen Ausgrabungen von Ceide Fields (30 km, R314). Das letzte Stück Fahrt mit dem Mietwagen, bevor der Rückweg ansteht, bringt die Reisenden zur Landzunge Downpatrick Head (5 km, Dominick Street). Dort liegt ein gigantischer Steinhaufen und aus den Löchern im Fels schießt das Seewasser empor. Vor dem 140 km langen Rückweg ist so ein „Kopffreiblasen“ genau das Richtige (Nach Galway: R315 gen Süden, R310, N84).