Archiv für die Kategorie ‘Griechenland’

Kulinarisches Griechenland – Eine Reise der lukullischen Genüsse

Mittwoch, 03. November 2010

Gyros, Zaziki und Moussaka – griechisches Essen, wie wir es vom Griechen nebenan kennen und lieben. Doch das Land der Antike hat noch viel mehr Genuss zu bieten. Vor allem gesund ist die griechische Küche durch die gerne verwendeten regionalen Zutaten Olivenöl, frisches Gemüse, Kräuter und ganz viel Fisch und Meeresfrüchte. Wir nehmen Sie mit auf eine kulinarische Mietwagenreise durch den facettenreichen Norden Griechenlands. Dabei begegnen Ihnen die frischesten Muscheln, typischer Käse, eiskalter Schnaps, griechischer Wein und so manch andere Gaumenfreude.

Olivenhain in Griechenland

Olivenhain in Griechenland| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Beginn der Tour imMietwagen ist in Thessaloniki. Auf der Fahrt in das schöne Fischerdorf Makrygialos begegnen Ihnen bereits die üppigen Olivenbaum-Felder der Region. Sie fahren ab Thessaloniki Richtung Süden auf die E75 bis zur Abfahrt Makrygialos; das sind insgesamt ca. 50 km. Wunderschön am Meer gelegen ist das kleine Dorf mit dem kilometerlangen Sandstrand und noch ein Geheimtipp. Die Haupteinnahmequelle der Bewohner ist die Muschelzucht. Gezüchtet wird vorwiegend die schwarze Miesmuschel, die als die Beste ganz Europas gilt. Überzeugen Sie sich selbst in einer der vielen Tavernen im Ort, wo auf keiner Karte ein Muschelgericht fehlt.

Fährt man nun weiter auf der E75 in südlicher Richtung immer am traumhaften Meer entlang und nimmt nach 90 km die Ausfahrt Kozanh, befindet man sich nach weiteren 15 km in Tyrnavos. Die Kleinstadt veranstaltet ein Mal im Jahr zur Karnevalszeit Feste zu Ehren des Dionysos, dem Gott des Weins. Auch wenn der Weinanbau in der Region aufgrund des milden Klimas und der bergigen Landschaft im Mittelpunkt steht, sollte man sich einen Besuch der Destillerie Katsaros Nikolaos nicht entgehen lassen. Hier gibt es den hochprämierten Tsipouro. Tsipouro, der Großvater des Ouzo, ist ein Tresterbrand, der im Original nicht mit Anis aromatisiert wird. Probieren Sie einen Schluck, aber nicht zu viel, wenn Sie noch fahren müssen. Für einen genussvollen Abend können Sie sich im angegliederten Shop mit den hauseigenen Produkten eindecken. Durch die grandiose Kulisse der Meteora-Felsen an den Ausläufern des Pindos-Gebirges, einer wildromantischen Welt die nahezu unwirklich scheint, erreichen Sie nach 80 km Kalambaka (E92, ab Trikala Richtung Kalambaka). Die 24 in den Fels gebauten Klöster sind sehr interessant und eine Einkehr in der Taverne Panellinio am Hauptplatz für eine typisch griechische Meze, den spanischen Tapas ähnliche Appetithäppchen, rundet den Abend genussvoll ab. Ausgeruht geht es heute weiter über die E92 in das 70 km entfernte Metsovo.

Saftiges grün im Umland von Metsovo

Saftiges grün im Umland von Metsovo| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Für die Augen bietet die Strecke saftiges Grün, gewaltige Berge, schöne Flussufer und kurvenreiche Bergstraßen. Metsovo selbst wirkt wie ein Amphitheater in luftiger Höhe. Der Magen kann sich auf köstlichen Käse freuen. Die pikant geräucherten Käsesorten Metsovone und Metsovela werden in dem Ort hergestellt und auch gerne verkauft. Verlassen Sie das nette  Städtchen nicht, ohne eine kleine Auswahl der wunderbaren Käse probiert und gekauft zu haben. Das kleine Fischerdorf Psarades am Prespa-See ist das nächste Ziel. Fahren Sie auf der E90 Richtung Grevena für 115 km und nehmen Sie dann hinter Kozani die Abfahrt auf die E65, die nach weiteren 40 km in die E86 übergeht. Dann immer weiter nach Florinas-Prespon und bei Agiou Germanou-Vronterou links abbiegen (Länge der Teilstrecke: 248 km). Der See ist sehr fischreich und die Tavernen des Dorfes sind auf traditionelle griechische Fischgerichte spezialisiert. Diese bewusst auf Fisch konzentrierten „Psarotavernas“ findet man sonst nur noch selten in Griechenland.

Blick auf den Olymp

Blick auf den Olymp| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Zu den Hängen des Olymps nach Amyntaio brauchen Sie gut 1 ½ Stunden wieder zurück über die E86. Hier findet die Weintraube genau das Klima, das sie braucht, um grandios zu reifen: harte Winter, etwas Feuchtigkeit und angenehme Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Überzeugen können Sie sich von der Qualität der Weine bei E.A.S Amyndaiou, der Weinbaukooperative der Region, die neben Führungen auch Degustationen anbietet (Florina-Road). Bevor Sie die 140 km zurück nach Thessaloniki in Angriff nehmen (E86 bis Kozani, dann E90 bis Thessaloniki), bleiben Sie doch für eine Nacht im gemütlichen Hotel „Xenonas Kontossoros“. Hier ist auch das beste Restaurant des Ortes beheimatet.

Griechenland – Wow-Erlebnisse entlang des Meeres

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Immer wieder entdecken wir sie – die traumhaften Strände, die duftenden Orangenbäume, die windgeschützten Buchten, in die sich noch nie ein Tourist verirrt zu haben scheint. Auf der griechischen Halbinsel Peloponnes sind diese Wow-Erlebnisse keine Seltenheit. Tourismussünden finden sich kaum und an den Badestränden gibt es keine Massenurlauberhaltung die an die Legebatterien der Hühnerställe erinnern. Viel mehr überrascht bei einer Reise mit dem Mietwagen über die Halbinsel eine unscheinbare Abzweigung mit einem versteckten Wasserfall, die zufällig gefundene Bucht mit einer urigen Taverne und der Reisende fühlt sich als Entdecker einer neuen Welt.

In Athen angekommen und den Mietwagen übernommen, geht es in einem ersten Teilstück immer am Meer entlang in das 210 km entfernte Patras (E94 Richtung Korinth, bei Ausfahrt Nea Ethniki Odos Athinon-Patron Richtung Patras E65). Patras ist die größte Stadt des Peloponnes. Ihre Stimmung ist lässig, viele Studenten bringen Leben in die verwinkelten Gassen, in denen es neben unzähligen Tavernen und Restaurants auch ein türkisches Hamam, prächtige Jugendstil-Villen und einen Hauch von Belle-Epoque gibt. Über mehrere Kilometer am Meer und in die Hügel des Panachaikogebirges erstreckt sich Patras vor einer grandiosen Kulisse, die dem Betrachter besonders vom frankobyzantinischen Kastell auffällt.

Rio-Andirrio-Brücke zwischen dem Golf von Patras und dem Golf von Corinth
Rio-Andirrio-Brücke zwischen dem Golf von Patras und dem Golf von Corinth| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Rio befindet sich 10 km nördlich von Patras (Richtung Iroon Polytechneiou, bei Kanellopoulou rechts abbiegen, Nach links abbiegen, dann auf Ethniki Odos Patron-Athinon bleiben). Die Attraktion des Ortes am Golf von Patras ist die 2004 fertiggestellte Rio-Andirrio-Brücke. 2883 m misst die beeindruckende Hängebrücke und ist die zweitlängste ihrer Art weltweit. Eine Fahrt über das Bauwerk kostet 11,70 EUR. Die über die Meerenge pendelnden Fährschiffe kosten nur die Hälfte und bieten einen imposanten Blick auf das Konstrukt. Die E55 in westlicher Richtung verläuft 45 km bis Lapas, bevor Sie links zum nächsten Ziel Kalogria verlassen wird. Das Meer, die Küste und den Strand, immer wieder durchzogen von Salz- und Süßwassersümpfen, findet man nirgends in Griechenland so berauschend schön wie hier. Je weiter die Entfernung zu Kalogria, desto einsamer wird die Gegend und desto lauter rauscht das Ionische Meer. Auf der Strecke verliert sich die Zeit, wird der Kopf frei und die Sinne geschärft. Auch in Kastro-Kyllini (1 Stunde entfernt von Kalogria, E55 bzw. Route 9) finden sich herrliche Sandstrände, die mit dem Mietauto ganz leicht zu erreichen sind.

Die Mauern von Kastle-Chlemoutsi über dem Hafen von Kyllini
Die Mauern von Burg Chlemoutsi über dem Hafen von Kyllini| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Oberhalb wacht die Festung Chlemoutsi über den Ort. Der Blick hinab und in die Ferne geht weit ins Meer bis zur Insel Zakinthos. Die Route 9 immer weiter dem Meer in südlicher Richtung folgend, liegt nach 75 km das Hafenstädtchen Zacharo, die Stadt des Zuckers. Der Strand ist weit, flach und bernsteinfarbend. Direkt dahinter liegt eine mächtige Dünenlandschaft, die gemächlich in einen endlos scheinenden Pinienwald über geht. 100 km weiter, ab Areopolis, führt ein Weg zum zweitsüdlichsten Festlandpunkt Europas, dem Kap Matapan (E55, bei Ermou links auf E65, dann immer Richtung Kalamatas, dann Richtung Areopolis). Nur der Asphalt der Straße erinnert noch daran, das auch Menschen in dieser übermächtigen Natur ihren Platz haben. Bizarre Felsen, verteiltes Gestein, Bergpyramiden und das mächtige Meer sind die Begleiter bis zum Kap (ab Areopolis immer am Meer entlang in südlicher Richtung, bis es nicht mehr weiter geht).

Monemvassia
Monemvassia| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Monemvassia scheint einer Filmkulisse für einen romantischen Liebesfilm zu entstammen – die Villen sind weiß, die historischen Bauten auffällig restauriert, die kleinen Gassen wirken wie gemalt. Trotzdem pulsiert die Stadt, hat ein weltoffenes Flair, Gourmetrestaurants, moderne Vinotheken und gemütliche Tavernen direkt am Meer (an Areopolis östlich auf E65 bis Gythio, dann Richtung Skalas-Molaon, dann Molaon-Neapoleos, dann Molaon-Monemvasias). Ein  perfekter Ort für ein klein wenig Luxus und viele kleine Wow-Momente. (Zurück nach Athen über Korinth sind es 300 km. Gesamtlänge der Tour: 1.000 km)

Autofahren in Griechenland

Mittwoch, 29. September 2010

Die gute Nachricht ist: Mit dem Mietwagen auf Griechenlands Straßen zu fahren wird nie langweilig und überrascht selbst erfahrene, weit gereiste Autofahrer mit einer  phantasievollen Eigendynamik.

Den besten Rat, den man für eine angenehme Reise mit dem Mietauto durch Griechenland geben kann ist: Immer wachsam und auf die Eigenarten der Fahrweise vorbereitet sein! Stoppschilder und Zebrastreifen gehören zwar zum griechischen Straßenverkehr, finden aber unter der Bevölkerung keine Anhänger. Hält man sich rein aus Gewohnheit daran, an einem Zebrastreifen doch mal zu stoppen, kann das im besten Fall wildes Gehupe hinter einem auslösen. Es kann aber auch zu einem Auffahrunfall führen. Deswegen niemals an einem gestreiften Fußübergang halten!

Stoppschilder werden grundsätzlich ignoriert, also lieber auch bei eigener Vorfahrt aus Sicherheitsgründen noch mal nach links und nach rechts gucken. Auch in einer Einbahnstraße kann schon mal Gegenverkehr auftreten. Der Gesetzgeber hat da an mancher Stelle vorgebaut und für die Falschfahrer am Ende der Einbahnstraße ein Stoppschild montiert – damit er wenigstens anhält, wenn man schon nicht mit ihm rechnet.

Ungewöhnlicher Verkehrsteilnehmer
Ungewöhnlicher Verkehrsteilnehmer| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Wer schon immer der Meinung war, viel zu selten die Hupe und die fröhlich blinkende Warnblinkanlage zu benutzen, ist in Griechenland goldrichtig. Gehupt wird immer. Dafür braucht es auch keinen Grund. Man sollte im Mietwagen einfach mitmachen, schon um nicht aufzufallen. Der Warnblinker ersetzt den Blinker. Vermutlich finden die Griechen den Warnblinker einfach eindrucksvoller als das schmale Lämpchen rechts und links, deswegen wird sowohl beim rechts als auch beim links abbiegen der Warnblinker betätigt. Auch um anzuzeigen, dass man parken möchte, kommt der Warnblinker zum Einsatz. Der Blinker fristet in griechischen Autos ein ödes Dasein.

Von einem langsam fahrenden Autofahrer wird erwartet, dass er schnelleren Verkehrsteilnehmern Platz macht. Dafür, und eigentlich auch nur dafür, wird die Standspur benutzt. Wo es keine Standspur gibt, kündigt der griechische Kraftwagenfahrer seinen Überholwunsch mit dem Aufblitzen der Scheinwerfer an. Man sollte sich nun möglichst rechts halten und das Tempo ein wenig verringern.

Auch wenn das Verhalten der Griechen etwas unkontrolliert erscheint, sollte man sich nicht davon abhalten lassen, mit einem Ferienauto selbstständig das Land zu erkunden. Auf den Landstraßen ist das Autofahren entspannter als in den Städten und auf den Autobahnen überhaupt kein Problem.

Verkehr in Griechenland
Verkehr in Griechenland| Bild: CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Es gibt natürlich auch Verkehrsregeln die eingehalten werden, hierzu gehören die Tempolimits. In Ortschaften und in ihrer Nähe sind 50 km/h erlaubt, außerorts 90-110 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. Die Strafen für zu schnelles Fahren liegen je nach Geschwindigkeit zwischen 40 EUR und 350 EUR.

Alkohol am Steuer ist verboten, die Grenze liegt bei 0,5 ‰.

Der Gebrauch von Mobiltelefonen ist nur in Verbindung mit einer Freisprecheinrichtung gestattet. Wer mit dem Handy am Ohr erwischt wird, zahlt 100 EUR.

Sollte man auf einem gebührenpflichtigen Parkplatz parken, bezahlt man, wenn vorhanden, am Parkautomat seine Gebühr, oder man erhält im nächsten Kiosk eine Parkkarte. In Athen dürfen Besucher nur auf den weiß markierten Parkplätzen ihr Auto abstellen.

Ansonsten gilt: Augen auf und Puls runter. Defensiv kommt man in Griechenland am besten ans Ziel.