Archiv für die Kategorie ‘Frankreich’

Das etwas andere Burgund

Mittwoch, 13. April 2011

Von Freunden tiefroten Rotweines geliebt, verehrt von Kulturkennern und Sinnbild all derer, denen die Landschaft nicht grün und hügelig genug sein kann – das ist das Burgund. Nicht zählbare Schlösser und Burgen, Kirchen und Klöster begeistern immer zur Sommerzeit Scharen von Urlaubern, die sich um die weltbekannten Sehenswürdigkeiten tummeln. Eine Reise in friedvoller Ruhe und mit vielen Entdeckungen erleben diejenigen, die sich mit dem Mietwagen auf kaum bekannte Routen begeben. Wie dieser hier, zum Beispiel …

Herzöglicher Palast in Dijon

Herzöglicher Palast in Dijon

Auch wenn etwas belebter darf Dijon auf der Tour nicht fehlen. Der Regierungssitz Burgunds ist Start und Endpunkt der in gut zwei Tagen erlebbaren Fahrt der Gegensätze. Unwiderstehlich ist der Charme Dijons vor allem in der traditionellen Altstadt. Über 100 Palais, manche noch von Fachwerk geprägt, zieren das Stadtbild. In den heiteren Cafés und Bars genießt man traditionelle Gerichte, zubereitet mit Senf, Cassis und Gewürzbrot. Der gute Wein stammt von herrlichen Hängen voll mit Weinreben wie rund um Beaune. Auch wenn die Stadt durchaus ihren Reiz hat, ist sie nicht Teil der Reise. Voll, touristisch und überteuert, passt sie nicht zum Thema unserer Mietwagentour. Lieber sollte man den Weg über die alte Nationalstraße N74 genießen, die durch die Weinfelder, aber auch vorbei an den ursprünglichen Dörfern des Burgund führt (40 km bis Beaune). Südlich von Beaune verläuft die N74 weiter bis nach Santenay (19 km). Hier sind die Weinberge noch größer, die Reben wachsen auf Hügeln und Bergen, Ebenen und in Tälern.

Herrschaftliches Weinanbaugebiet

Herrschaftliches Weinanbaugebiet

Die Cote de Nuits, gleich das erste große Weinbaugebiet hinter Beaune, ist eines der bekanntesten weltweit. Daran schließt sich die nicht ganz so bekannte, aber ebenso prächtige Weine hervorbringende Côte de Beaune. Von Santenay führt die N6 landschaftlich reizvoll am Ufer der Saone bis Macon (92 km). Etwa 15 Kilometer westlich scheint in dieser anmutigen, grünen Weingegend die Sphinx von Gizeh auf einem Berg zu ruhen. Das ist sie naturgemäß nicht, aber der Roche de Solutré weist schon gewisse Ähnlichkeiten mit dem ägyptischen Kulturdenkmal auf (rechts von N6 auf D17, im Kreisverkehr dritte Ausfahrt nach Pierreclos, dann Richtung La Roche). Ein Berg ist auch das nächste Ziel. Am Mont Beuvray, einer traumhaft bewaldeten Anhöhe, errichtete der keltische Stamm der Häduer um 150 v. Chr. sein Machtzentrum (113 km, von Pierreclos Richtung Autobahn, auf D980, auf D120 Richtung Charmoy, links auf D228, rechts auf D994, D61, D3). Die Ausgrabungen werden im Freilichtmuseum vor Ort ausgestellt, deren Besichtigung mit einem spektakulären Blick vom Gipfel begleitet wird.

Brücke von Nevers

Brücke von Nevers

Nach so viel Natur steht Kultur und Stadtleben auf dem Programm. Mit dem Mietwagen ist man in 1 ½ Stunden in Nevers (88 km, D3, D18, weiter auf D985, links auf D978). Vom Parkplatz Parking Ravelin (Rue de Ravelin) verkehren kostenlose Shuttlebusse in das Stadtzentrum. Auf einem Berg über der Loire gelegen, ist Nevers berühmter Wallfahrtsort, Jazzhochburg und Kulturdenkmal in einem. Bei einem Gang auf der alten Stadtmauer wird der erste schöne Eindruck nur bestätigt. Ein Stück Loire darf im Burgund nicht fehlen. Zur rechten Seite des schönen Flusses durch ein Tal der Naturspektakel fährt es sich zwar nur halb so schnell wie über die Autobahn, dafür umso genießerischer nach Pouilly-sur-Loire (46 km, D40, D12, D45, D7, rechts auf D187, auf D59 über die Brücke zum Ziel). Hinter der Brücke gleich links, erreicht man den „Pavillon du Milieu de Loir“ in der Quai Jules Pabiot. Hier wird anschaulich das Ökosystem des Naturschutzgebietes Val-de-Loire erklärt – nicht nur für Naturwissenschaftler hoch interessant.

Keine Reise durchs Burgund endet ohne die Besichtigung eines Schlosses, auch diese nicht. Nur wenige kennen das Chateau de Bazoches in den Morvandelles-Hügeln nahe Vézeley (84 km, R. De Pouilly, rechts auf D2, N151 nach Norden, rechts Richtung Tannay, D119, rechts auf Route du Morvan, dann links). Von innen wie von außen sehr gut erhalten, steht das einstige Wohnhaus, eigentlich fast schon eine kleine Stadt, Vaubans von März bis April täglich für Besichtigungen offen. Die 130 Kilometer zurück nach Dijon, lenkt man den Mietwagen nun doch besser über die Autobahn (A6 Paris/Lyon, Ausfahrt A38 Dijon).

Bretagne – Unvergessliche Momente an der Atlantikküste

Mittwoch, 13. April 2011

Die Bretagne ist eines der beliebten Reiseziele Frankreichs. Zu Feriendomizilen ausgebaute Herrenhäuser, wildraue Landschaft, wundersame Steilküsten und traumhafte Strände mit Südseecharakter ziehen Besucher in ihren Bann. Besonders, wer mit einem Mietwagen mobil ist, kann seinem Urlaub ganz besondere Momente verleihen – mit einer überwältigenden Fahrt entlang der Smaragd- und Rosa-Granit-Küste.

Wunderschöne Küsten in der Bretagne

Wunderschöne Küsten in der Bretagne

Nüchtern betrachtet, hat die Rosa-Granit-Küste Cote de Granit Rose ihre fremdwirkende rosa Färbung durch die natürliche Beimischung von Feldspat in den Granit erhalten. Eine einfache chemische Reaktion, die dennoch für des Menschen Auge ungewohnt ist. Wie zufällig und vollkommen ungeordnet ragen die leuchtend-rosa scheinenden Felsen aus dem tosenden Atlantik und erleuchten die Küste mit ihrem Schein. Besonders malerisch ist der Streckenabschnitt zwischen Trébeurden und Trégastel-Plage. Trebeurden ist gut über Lannion erreichbar (10 km, D65). Ab dort zieht sich die Küstenstraße D788 elf Kilometer idyllisch durch das Farbenmeer bis Trégastel-Plage. Unterwegs bietet sich immer wieder die Möglichkeit, mit dem Mietwagen anzuhalten, um den herrlichen Panoramablick über das Archipel der „Sept Iles“ und die Bucht um Lannion zu genießen. Weiter entlang der Küstenstraße, fällt der Blick immer wieder in das tiefblaue Meer, in dem sich kleine Felsbrocken zu lustigen Formationen zusammen finden.

Felsen an der Roten-Granit-Küste

Felsen an der Roten-Granit-Küste

In dem niedlichen Küstenstädtchen Ploumanac’h liebt man die rosafarbenen Felsen so sehr, dass selbst die Vorgärten mit den faszinierenden Steinen der Küste geschmückt sind (4 km, D778, links Richtung Ploumanac’h). Um den Leuchtturm „Men Ruz“ haben die grotesken Felsgebilde sogar Namen wie Teufelsschloss, Champignon oder Napoleons Hut. Der Schönheit der Cote Rose konnten sich schon im 19. Jahrhundert die gutsituierten Pariser und englischen Geschäftsleute nicht entziehen. Zurück blieben barocke Prachtvillen, die noch heute viele Orte in Nähe zur Küste zieren. Einen Eindruck davon bekommt man, wenn man der Küstenstraße D786 über Paimpol, Plouezec und Etables-sur-Mer nach Saint-Brieuc folgt (87 km). Hoch über zwei Flusstälern liegt die Stadt 3 Kilometer vom Meer entfernt. Lenkt man den Mietwagen an den Industrieanlagen und Hochhäusern vorbei, zeigt sich die Anmut Saint-Brieucs. Die kleinen Fachwerkhäuser der Altstadt sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen, vor allem am Place du Martray und in der Rue du Gouët. Die nah gelegene weite Bucht vor Saint-Brieuc bringt vorzügliche Jakobsmuscheln hervor und bildet gleichzeitig den Anfang der Smaragsküste Cote d’Emeraude. Dieser Küstenabschnitt ist so ganz anders als der der Cote de Granit Rose. Traumhafte Strände, umgeben von reizenden kleinen und auch größeren Seebädern, alle durch die Küstenstraße verbunden, wechseln sich ab mit Steilklippen und hochgelegenen Kaps.

Anbendstimmung

Anbendstimmung

Vom Cap Frehel, einem 70 Meter hohen, knallroten Steilfelsen, ist die Sicht auf den Ärmelkanal, auf die Ile de Bréhat und die Kanalinseln besonders ergreifend (49 km, D786, D34). So schön die Küstenstrecke jetzt schon ist, noch phantastischer wird sie zwischen den Orten St. Lumaire (38 km, D786) und Dinard (4 km, D786). In Dinard, dem Nizza des Nordens, sollte man mit dem Mietwagen einen Stopp einlegen. Das alte Seebad galt nicht nur in den Zeiten der Sommerfrische als Idyll, bereits im Mittelalter ließ man sich hier nieder und hinterließ fröhliches Fachwerk, wuchtige Stadtpaläste aus Granit und einen bedeutenden Ringwall. Weniger im Ort, mehr am Hafen spürt man die Vergangenheit von Saint-Malo (10 km, Av Albert Caquot, links auf D168, Ausfahrt auf D201). Auf der Ringmauer spaziert man vorbei an Korsarenpalästen, sieht die hellen Sandstrände der Bucht und ganz hinten thront erhaben das Cap Frehel. Bei einem zünftigen Essen mit traditionellen Gerichten der Korsarenzeit im „Capitaine de Kermarec“ (Place de la Roulaise 4), lässt man den Tag ausklingen, immer noch mit dem wilden Rauschen der Atlantikküste im Ohr.

Die französische Schweiz – Von Genf am See entlang nach Montreux

Mittwoch, 23. März 2011

Eine ganz eigene Art des „Savoir-vivre“ wird in der französischen Schweiz, der Romandie, gelebt. Schweizer Gemütlichkeit geht hier einher mit französischem Laissez-faire, Bergkäse und Croissants verschmelzen zu einer Einheit. Und mittendrin liegt der wunderschöne Genfer See. An seinen Ufern führt eine abwechslungsreiche Tour mit dem Mietwagen bis nach Montreux, die wir Ihnen gerne ans Herz legen möchten.

Genfer See

Genfer See

Bild: ic-lupo, CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Der Jet d’eau, das Wahrzeichen der Stadt Genf, fällt als erstes auf, blickt man auf den See. Die riesige Wasserfontäne misst 140 Meter und ist nicht zu übersehen. Erst recht nicht in den Sommermonaten, wenn der Wasserstrahl nachts in buntem Licht glänzt. Am rechten Ufer des Genfer Sees reihen sich die großen Hotels aneinander, links am See zeigt sich die wunderschöne Altstadt mit ihren Geschäften und Flaniermeilen. Das Leben der Genfer ist eng mit dem See verbunden. An den Seepromenaden weht ein mediterranes Flair, Wassertaxis erleichtern den Weg von einem Ufer zum anderen und auf den großen Schiffen tuckert man gerne an den Wochenenden auf „Minikreuzfahrten“ über das Wasser. Wie in Genf ist auch in den weiteren Städten und Dörfern am größten See Westeuropas das Gewässer im Mittelpunkt des Geschehens.

Nyon, 25 Kilometer von Genf entfernt und über die romantisch verlaufende Route 1 zu erreichen, präsentiert im Uferviertel das Genfersee-Museum (Musée du Léman) allerlei Hintergrundinformationen zum See. Der Parkplatz „La Duche“ befindet sich nur 50 Meter vom Eingang des Museums entfernt und ist mit dem Mietwagen problemlos zu erreichen. Oberhalb der Altstadt auf dem Place du Chateau thront das Schloss, in dem sich heute ein Porzellanmuseum befindet. Doch auch wer sich weniger für das „Weiße Gold“ interessiert sollte das Schloss nicht verpassen, denn der Blick von dort auf den See hat was. Etwas ab vom Genfersee, in Romainmotier, dafür traumhaft gelegen an den Ausläufern des Juragebirges in einer von Buchen bewachsenen Landschaft, die man mit dem Mietwagen wahrlich durchfahren sollte, zeigt sich bezaubernd schön die Abteikirche Romainmontier (51 km, Route 1, bei R. Louis de Savoie/Route 1 links, Ave. de Paquis, Ave. Muret, geradeaus bis Route 9, Abfahrt Richtung Rte du Dime, links in Rle du Pavement, links in R. du Bourg). Die  Abteikirche beherbergt eine Kanzel aus dem achten Jhd., künstlerische Fresken und ein seltenes Chorgestühl. Das nebenan liegende Haus des Priors ist ebenfalls nicht nur von außen ein Schmankerl.

Le Vaud

Le Vaud

Bild: J Domonhoe, CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Auf dem Weg zurück zum See passiert man mit dem Mietwagen noch Le Vaud, das mit erhaltenen Bauernhäusern aus dem 18. und 19. Jhd. Reiz versprüht, sowie mit einem interessanten kleinen Zoo (Zoo de la Garenne), der einheimischen Tierarten, Reptilien und Meeresgetier ein Zuhause gibt (27 km, Route 9 zurück, im Kreisverkehr erste Ausfahrt Rte de Sullens, bei Rte de Crissier rechts).

Wieder am See und nur 10 km weiter zeigt sich schon Lausanne in all seiner Pracht (zurück auf Route 9, rechts auf Route 9 bis Lausanne). Die zweitgrößte Stadt am Genfersee ist eine lebendige Universitätsstadt, in der Kultur und Sport einen wichtigen Platz einnehmen. Besonders schön macht Lausanne seine Lage: umgeben von Weinbergen liegt der See zu Füßen und in der Ferne stehen majestätisch die Berge der Savoyer Alpen. Die Stadt lädt ein, sich einfach nur treiben zu lassen, durch die bezaubernde Innenstadt zu laufen und in den Cafés und Bars die Seele baumeln zu lassen.

Vevey, letzte Station vor Montreux, empfindet sich als „Perle an der Schweizer Riviera“ (20 km, Route 9). Und viel Phantasie braucht es für diese Assoziation wirklich nicht. Die Seepromenade, die sich sogar bis Montreux und noch ein Stückchen weiter zieht, zieren Palmen und Blumen, Schiffe mit Schaufelrädern bieten Touren über den See an und die Altstadt sprüht nur so vor mediterraner Lebensfreude. Auch Montreux erreicht man über die Traumstraße Route 9. Sie ist von Vevey in nur 10 Minuten mit dem Mietwagen erreicht. Im Schutz der 2.000 Meter hohen Berggipfel in mildem Klima ist dieses Fleckchen Erde immer einen Besuch, auch einen längeren, wert – nicht nur zum legendären Montreux Jazz Festival, das 2011 vom 1. bis 16. Juli stattfindet (www.montreuxjazz.com)

Montreux

Montreux

Bild: rephegg, CreativeCommons Lizenz BY 3.0