Von Freunden tiefroten Rotweines geliebt, verehrt von Kulturkennern und Sinnbild all derer, denen die Landschaft nicht grün und hügelig genug sein kann – das ist das Burgund. Nicht zählbare Schlösser und Burgen, Kirchen und Klöster begeistern immer zur Sommerzeit Scharen von Urlaubern, die sich um die weltbekannten Sehenswürdigkeiten tummeln. Eine Reise in friedvoller Ruhe und mit vielen Entdeckungen erleben diejenigen, die sich mit dem Mietwagen auf kaum bekannte Routen begeben. Wie dieser hier, zum Beispiel …

Herzöglicher Palast in Dijon
Auch wenn etwas belebter darf Dijon auf der Tour nicht fehlen. Der Regierungssitz Burgunds ist Start und Endpunkt der in gut zwei Tagen erlebbaren Fahrt der Gegensätze. Unwiderstehlich ist der Charme Dijons vor allem in der traditionellen Altstadt. Über 100 Palais, manche noch von Fachwerk geprägt, zieren das Stadtbild. In den heiteren Cafés und Bars genießt man traditionelle Gerichte, zubereitet mit Senf, Cassis und Gewürzbrot. Der gute Wein stammt von herrlichen Hängen voll mit Weinreben wie rund um Beaune. Auch wenn die Stadt durchaus ihren Reiz hat, ist sie nicht Teil der Reise. Voll, touristisch und überteuert, passt sie nicht zum Thema unserer Mietwagentour. Lieber sollte man den Weg über die alte Nationalstraße N74 genießen, die durch die Weinfelder, aber auch vorbei an den ursprünglichen Dörfern des Burgund führt (40 km bis Beaune). Südlich von Beaune verläuft die N74 weiter bis nach Santenay (19 km). Hier sind die Weinberge noch größer, die Reben wachsen auf Hügeln und Bergen, Ebenen und in Tälern.

Herrschaftliches Weinanbaugebiet
Die Cote de Nuits, gleich das erste große Weinbaugebiet hinter Beaune, ist eines der bekanntesten weltweit. Daran schließt sich die nicht ganz so bekannte, aber ebenso prächtige Weine hervorbringende Côte de Beaune. Von Santenay führt die N6 landschaftlich reizvoll am Ufer der Saone bis Macon (92 km). Etwa 15 Kilometer westlich scheint in dieser anmutigen, grünen Weingegend die Sphinx von Gizeh auf einem Berg zu ruhen. Das ist sie naturgemäß nicht, aber der Roche de Solutré weist schon gewisse Ähnlichkeiten mit dem ägyptischen Kulturdenkmal auf (rechts von N6 auf D17, im Kreisverkehr dritte Ausfahrt nach Pierreclos, dann Richtung La Roche). Ein Berg ist auch das nächste Ziel. Am Mont Beuvray, einer traumhaft bewaldeten Anhöhe, errichtete der keltische Stamm der Häduer um 150 v. Chr. sein Machtzentrum (113 km, von Pierreclos Richtung Autobahn, auf D980, auf D120 Richtung Charmoy, links auf D228, rechts auf D994, D61, D3). Die Ausgrabungen werden im Freilichtmuseum vor Ort ausgestellt, deren Besichtigung mit einem spektakulären Blick vom Gipfel begleitet wird.

Brücke von Nevers
Nach so viel Natur steht Kultur und Stadtleben auf dem Programm. Mit dem Mietwagen ist man in 1 ½ Stunden in Nevers (88 km, D3, D18, weiter auf D985, links auf D978). Vom Parkplatz Parking Ravelin (Rue de Ravelin) verkehren kostenlose Shuttlebusse in das Stadtzentrum. Auf einem Berg über der Loire gelegen, ist Nevers berühmter Wallfahrtsort, Jazzhochburg und Kulturdenkmal in einem. Bei einem Gang auf der alten Stadtmauer wird der erste schöne Eindruck nur bestätigt. Ein Stück Loire darf im Burgund nicht fehlen. Zur rechten Seite des schönen Flusses durch ein Tal der Naturspektakel fährt es sich zwar nur halb so schnell wie über die Autobahn, dafür umso genießerischer nach Pouilly-sur-Loire (46 km, D40, D12, D45, D7, rechts auf D187, auf D59 über die Brücke zum Ziel). Hinter der Brücke gleich links, erreicht man den „Pavillon du Milieu de Loir“ in der Quai Jules Pabiot. Hier wird anschaulich das Ökosystem des Naturschutzgebietes Val-de-Loire erklärt – nicht nur für Naturwissenschaftler hoch interessant.
Keine Reise durchs Burgund endet ohne die Besichtigung eines Schlosses, auch diese nicht. Nur wenige kennen das Chateau de Bazoches in den Morvandelles-Hügeln nahe Vézeley (84 km, R. De Pouilly, rechts auf D2, N151 nach Norden, rechts Richtung Tannay, D119, rechts auf Route du Morvan, dann links). Von innen wie von außen sehr gut erhalten, steht das einstige Wohnhaus, eigentlich fast schon eine kleine Stadt, Vaubans von März bis April täglich für Besichtigungen offen. Die 130 Kilometer zurück nach Dijon, lenkt man den Mietwagen nun doch besser über die Autobahn (A6 Paris/Lyon, Ausfahrt A38 Dijon).







