Meer, Meer und noch mehr Meer. Die Strände der französischen Atlantikküste in Aquitanien sind vor allem eins: groß. Von überall erreicht man den Ozean und findet auch ein einsames Stück Sand und Wasser nur für sich. Im Landesinneren kennt man vor allem Bordeaux und der Name klingt nicht nur Weinliebhabern im Ohr. Hinter Bordeaux dominieren die Weinberge und romantische kleine Orte mit ihren kernigen Bewohnern.

Einer der wunderwollen Strände in Aquitanien
Der Beginn dieser einwöchigen Reise mit einem Mietwagen durch Aquitanien ist in Pouillac. Das kleine, auf der Halbinsel Médoc gelegene Städtchen ist für seinen Wein weltberühmt. Auf etwa 900 Hektar Land werden die großen Gewächse Lafite-Rothschild, Latour und Mouton-Rothschild angebaut. Wohl dem, der im Kofferraum des Mietwagens ein wenig Platz gelassen hat, um ein paar Kisten des guten Rotweins mitzunehmen. Ein bezaubernder Strand, ein schöner Yachthafen und diverse Möglichkeiten zum Wassersport tragen zu einem schönen Tag in Pouillac ebenso bei, wie der Besuch eines der Châteaux, die ihre Keller gerne für Besucher öffnen. Nun geht’s so richtig ans Meer. Soulac-sur-Mer ist das nördlichste Seebad der Côte d’Argent und liegt geschützt hinter einer Sandbank (52 km, D205, D1215). Der Ort ist angenehm, duftet verlockend nach Pinien und salziger Luft und hat mit der Kirche Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres ein interessantes historisches Denkmal.
Hourtin erreicht man am schönsten über die Küstenstraße, die sich aber etwas komplizierter und auch ein wenig länger mit dem Mietwagen fahren lässt als der direkte Weg (48 km, D101, D102E1, D102, Av. de l’Europe, D101E7, D101). Das Leben in Hourtin spielt sich um den Lac d’Hourtin ab, dem größten natürlichen Binnensee Frankreichs. Das größte der Seebäder ist Lacanau-Océan (34 km, D3, rechts auf D6). Hinter hohen Dünen verstecken sich traumhafte 14 Km Strand vor einem wellenreichen Meer. Viele Surfer frönen hier ihrer Leidenschaft. Durch einen dichten Pinienwald erreicht man das Nahe Lacanau, das an dem ebenfalls recht großen Lac de Lacanau liegt. Fährt man 35 Km südlich auf der D3, ist man schon am Cap Ferret. Es markiert die Nordspitze des Bassin d’Arcachon. Vom 53 m hohen Leuchtturm sieht man das Watt und den offenen Ozean – ein wirklich außergewöhnlich schöner Blick. Am Südende des Bassins ist Arcachon zu finden. Um dorthin zu gelangen, kann man den Mietwagen über ein Stück Autobahn bewegen. Schöner und mit viel mehr Sicht auf die wunderbaren Seiten dieser Region fährt man über die Nebenstraßen (44 km, D3, D650). Das lebhafte Arcachon bietet sich zu einem schönen, entspannten Tag am Strand an, bevor es zur sagenhaften Dune du Pilat geht (12 km, D218). 170 Stufen sind zu erklimmen, bevor der Blick über Pinienwälder, weiße Sandbänke und das tiefblaue Meer schweifen kann.

Dramatischer Blick über Bordeaux
Mit dem Mietwagen durchfährt man den herrlich grünen Naturpark Landes de Gascogne und erreicht nach 63 Km Bordeaux (D259, N250, A660, D260, D650, D1250). Besonders die Altstadt von Bordeaux ist nach der Neugestaltung ein Traum und ein unterirdisches Parksystem erleichtert den Besuch enorm. Guten Wein wie in Bordeaux bekommt man auch in St. Emilion (44 km, D936, D122). Anziehend sind aber ebenso die Altstadt und die unterirdische, in den Fels geschlagene Kirche Église Monolithe. Noch weiter im Landesinneren umgeben von Weinbergen liegt Bergerac (58 km, D243, D130, D936, D32). Durch den hübschen Ort fließt die Dordogne, die mittels einer schönen Brücke überquert werden kann. Weiteres Highlight der Stadt ist das Tabakmuseum am, wie passend, Place du Feu.
Noch ein letztes Mal lässt man die Landschaft mit den Weinbergen, den kleinen Hügeln und tiefen Talebenen auf sich wirken, bevor man mit dem Mietwagen die Endstation der Reise, Sarlat-de-Canéda, erreicht (74 km, D660, D29, D25, D703, D49, D57). Mittelalterliche Gässchen, gotische Häuser, verträumte Plätze, all das macht Sarlat aus. Auch die Märkte, die in der ganzen Stadt stattfinden, genießen einen hervorragenden Ruf. Und trotzdem geht es lebhaft zu, man genießt, zelebriert den Rotwein und lässt die Seele baumeln. Das sollte man den Einwohnern einfach nachmachen.






