Archiv für die Kategorie ‘Fahrerlebnis’

Südafrika – Natur pur in den Nationalparks – 2

Montag, 08. November 2010

Addo Elephant NP, Camdeboo NP, Mountain Zebra NP

Zum Eingang am Addo Main Rest Camp des Addo Elephant Nationalpark fährt man von Port Elizabeth im Mietwagen 15 km auf der N2 und dann über die R335. Die 70 km legt man in 1 ¼ Stunden zurück. Neben 400 Elefanten bewohnen den Park auch Büffel, Antilopen, Warzenschweine und die seltenen Pillendreher-Käfer. Die Straßen sind zwar nicht geteert, aber gut zu befahren. Den Besuchern ist es nicht erlaubt, Zitrusfrüchte mit in den Park zu nehmen – die Elefanten lieben diese Früchte einfach zu sehr.

Der Camdeboo Nationalpark befindet sich 250 km nördlich vom Addo Elephant NP (R335, R63). Die kleine Stadt Graaff-Reinert liegt inmitten des spannenden Naturreservats, in dem Straßen auf die aus den Tälern ragenden Felsen und Berge führen. Hitze, Kälte, Trockenheit und Nässe der letzten Millionen Jahre formten eine außergewöhnliche Landschaft. Einen besonders schönen Eindruck bekommt man auf dem 1-stündigen Wanderweg Crag Lizard Trail, der vom Parkplatz Valley of Desolation aus startet.

Bis zum nächsten Nationalpark, dem Mountain Zebra Nationalpark sollte man mit dem Mietwagen eine Fahrtzeit von 2 ½ Stunden einplanen. Die 155 km werden auf der R63 und der R61 zurück gelegt. Im Fokus des Parks steht die Arterhaltung der vom Aussterben bedrohten Kap-Bergzebras. Unterscheiden von ihren nicht bedrohten Artgenossen lassen sie sich durch eine orange gefärbte Blesse oberhalb der Nüstern. Im Frühling erstrahlt der sonst eher karge Park in einer bunten Blütenpracht. Noch ist der Nationalpark ein Geheimtipp und nur selten begegnet man bei einer Fahrt auf den Fährten der 300 Zebras anderen Urlaubern. Die Straßen des Parks sind gut befahrbar, Rastplätze laden zum Picknick ein und Aussteigen ist erlaubt. Nach Port Elizabeth zurück fährt man mit dem Mietwagen 280 km und 4 Stunden auf der N10 und der N2 Rd.

Südafrika – Natur pur in den Nationalparks – 1

Sonntag, 07. November 2010

Einmal eine Elefantenherde bei ihren Streifzügen beobachten, majestätische Löwen sehen, die in der Sonne dösen oder Büffel bei den Rangkämpfen zuschauen – ein großer Traum vieler Südafrika-Besucher, der in den vielen Nationalparks des Landes wahr werden kann. An die 20 Naturreservate zählt Südafrika, die trotz des Besucheraufkommens noch unberührte Natur bieten.

Krüger NP, Mapungubwe NP, Marakele NP:

Unbestritten der bekannteste und beliebteste Nationalpark Südafrikas ist der Krüger Nationalpark im Nordosten des Landes. Mit einer Länge von 360 km und 60 km Breite gehört er zu den größten Parks Afrikas. Ein Straßennetz von über 1800 km macht die Erkundung angenehm und leicht. Viele Restcamps bieten Möglichkeiten zum Übernachten in wunderschönen Lagen. Von Johannesburg erreicht man den südlichen Teil des Nationalparks über die N4 in 7 Stunden und 500 km.

Von Phalaborwa, das ungefähr in der Mitte des Krüger Nationalparks liegt, sind es zum Mapungubwe Nationalpark etwa 400 km (R76, R36 und dann die N1). Der Park liegt im Dreiländereck von Botswana, Zimbabwe und Südafrika und ist weniger wegen seiner Tiervielfalt faszinierend. Vielmehr liegen die kulturhistorischen Fundstellen im Fokus des Interesses. Königsgräber und Palast wurden freigelegt aus der Zeit um 1.000 n. Chr. und zeugen von der einstigen Hochkultur südlich der Sahara. Im Licht der Abendsonne erzeugt der Mapungubwe Hill eine mystische Stimmung.

Der Marakele Nationalpark liegt 420 km weiter südlich und ist nach 6 Stunden Fahrt erreicht (R572 und R510). Seiner Lage in der Mitte des feuchten Ostens und trockenen Westens ist eine große Vielfalt der Flora und Fauna zu verdanken. Seltene Yellowwoodbäume, Zedern und riesige Palmfarne sind eingebettet in eine Landschaft aus grasgrünen Hügeln und tief gelegenen Tälern. Neben den Big Five der Tierwelt können auch die seltenen Kapgeier beobachtet werden. Zwei Camps bieten Übernachtungsmöglichkeiten an. Nach Johannesburg braucht man von hier 4 Stunden entlang der R511.

Deutschland – Von Berlin in den Osten bis nach Rügen

Mittwoch, 22. September 2010

Sie sind urbaner Berliner ohne eigenes Auto und über die Stadtgrenzen nur selten hinaus gekommen? Oder möchten Sie einen Besuch der Millionenstadt mit einer Urlaubstour über die wunderschöne Natur Brandenburgs und Mecklenburg-Vorpommerns bis nach Rügen verbinden? Dann steigen Sie ein in den Mietwagen und fahren die 450 km quer durch den Osten der Republik mit altem Baumbestand und ein Stückchen entlang der deutschen Alleenstraße bis auf die Insel der Kreidefelsen.

Kreidefelsen auf Rügen

Kreidefelsen auf Rügen.

Bild: Michael Mertens, CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Von Berlin nach Potsdam, fahren Sie nur 35 km auf der A115. Die Stadt, bei deren Nennung man sofort an Schlösser, Gärten, Kunst und Kultur denkt, hat aber so interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten wie das holländische Viertel mit kleinen, netten Geschäften und einer Fülle an Restaurants und Bars, das Filmmuseum mit der Geschichte der Filmstadt Babelsberg oder die Russische Kolonie Alexandrowka. Ein Parkleitsystem zeigt Ihnen den Weg zum nächsten Parkhaus oder Parkplatz, sodass eine langwierige Parkplatzsuche nicht zu befürchten ist. Unbedingt ansehen sollten Sie sich das Schloss Sanssouci und den angeschlossenen Park. In den Sommermonaten sollten Sie aber früh vor Ort sein (Kartenverkauf ab 9.00 Uhr), sonst bleibt Ihnen der Einlass in die Haupträume des Schlosses aufgrund des hohen Besucheraufkommens verwehrt.

Schloss Sanssouci

Schloss Sanssouci

Bild: Kent Wang, CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Ein Stück über die A10 und hinter Oberkrämer auf der A24 Richtung Rostock fahren Sie bis ins 110 km entfernte Wittstock/Dosse. Der historische Stadtkern wurde gezielt erneuert und gilt nun als einer der schönsten in Brandenburg. Die gut erhaltenen Bauwerke umgeben die Stadt mit einem besonderen Ambiente, das Wahrzeichen ist die St. Marienkirche aus dem 16. Jh. und der Turm der Bischofsburg gibt Ausblick auf die hügelige Moränenlandschaft des Wittstocker Umlands. Am Dosseteich gibt es einen kostenlosen Parkplatz, von dem die Stadt in 2 Minuten erreicht ist. Noch 25 km Autobahn A19 in Richtung Rostock trennen Sie von den Alleen gesäumten und puren Landstraßen in Brandenburg.

Ab Leizen fahren Sie von der Ausfahrt Röbel/Müritz auf die B198, hinter Röbel auf die B192 und ein Stück an der Müritz vorbei bis nach Waren/Müritz an der Seenlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns. In der lebendigen Altstadt besichtigen Sie die Georgenkirche mit einer 600 Jahre alten Kruzifixgruppe und die Marienkirche. Vom 54 m hohen Turm der Kirche belohnt der Aufstieg mit dem famosen Blick in das Land. Im Müritzeum ist das größte Süßwasseraquarium Deutschlands untergebracht. Östlich des Ortes beginnt der Müritz Nationalpark und westlich der Naturpark Nossentiner-Schwinzer-Heide. Wer es dynamischer mag, sollte sich den Stadthafen nicht entgehen lassen.

Herrensee vorm Müritzeum

Herrensee vorm Müritzeum

Bild: Thomas Kohler, CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Über Land und eingerahmt von vielen kleinen Wasserstellen bringt Sie die B108 in einer halben Stunde nach Teterow. Der kreisrund angeordnete kleine Ort lässt sich immer entlang der Ringstraße in einem 30 Minuten Spaziergang entdecken. Sehen werden Sie dabei die Stadtkirche St. Peter und Paul, den Marktplatz, das Rathaus und die zwei gotischen Stadttore Rostocker und Malchiner Tor. In dem liebenswürdigen Ort fühlt man sich schnell wohl und willkommen, aber auch den von Schilf bewachsenen Teterower See mit seiner mittig gelegenen Burgwallinsel müssen Sie gesehen haben.

Stralsund von Altefähr auf Rügen

Stralsund von Altefähr auf Rügen

Bild: Dirk Vorderstraße, CreativeCommons Lizenz BY 3.0

Nach Rostock fahren Sie entweder über die A19, oder die B108. Die wuchtige Marienkirche zeugt noch vom einstigen Reichtum der Hansestadt. Die Bombardements im zweiten Weltkrieg machten Rostock zu einer der am schwersten getroffenen Städte des Landes; im Sozialismus wurde nur wenig wieder aufgebaut. Bei einem Gang durch die Altstadt sieht man aber immer noch die typisch gotischen Backsteinhäuser, Türme und Tore, Kirchen und Bauwerke von historischem Wert. Die A20 bringt Sie von Rostock bis hinter Süderholz, wo Sie links auf die B96 Richtung Stralsund fahren. Nach Stralsund zweigt der Weg auf die deutsche Alleenstraße Richtung Rügen ab. Wie es der Name besagt, befinden sich auf diesem Teilstück der Strecke prächtige von Bäumen gesäumte Straßen, die in dieser Art nur noch selten zu finden sind. Insgesamt betragen die gefahrenen Kilometer von Rostock nach Rügen 150 km, die Sie geruhsam genießend in weniger als zwei Stunden zurücklegen werden.