Archiv für die Kategorie ‘Essen & Trinken’

Naschtouren – Raus aufs Land & frisches Obst direkt vom Feld selber ernten

Freitag, 02. Juli 2010

Sonnenschein, steigende Temperaturen – endlich kann man nach Feierabend oder am Wochenende raus aufs Land fahren. Obstplantagen deutschlandweit laden ein, für kleines Geld selber zu ernten. Aus den leckeren Mitbringseln lässt sich zu Hause schnell köstliche Marmelade, frischer Fruchtsaft oder saftiger Kuchen zaubern. holiday autos, Experte für Ferienautos weltweit, stellt die schönsten „Naschtouren 2010“ in der Nähe großer deutscher Städte vor.

Himmlische Früchtchen bei Hamburg
1961 noch belächelt – heute längst selbstverständlich: direkt vor Hamburg liegt Deutschlands älteste Erdbeer-Plantage für Selbstpflücker. Zunächst Richtung Lüneburg fahren, dort entweder auf der B4 bis Melbeck oder auf der B216 bis Barendorf fahren – nach Deutsch Evern abbiegen. Eine Besonderheit der Obst-Plantage ist, dass man aus einer Vielzahl von Sorten wählen und sogar eigene Zuchtpflanzen zum Eigenanbau mit nach Hause nehmen kann.

Erdbeerblüte

Erdbeerblüte

Rund um Stuttgart liegen Erdbeerfelder für Genießer
Eine mögliche Naschtour führt zunächst in nördliche Richtung, dann über die B295 in den Westen. Entlang der Strecke sowie rund um Leonberg findet man erste Felder. Weitere Plantagen zum Obst-Selberpflücken bei Merkingen und Weil der Stadt. Wer dann noch Platz im Kofferraum hat: weitere Felder “hat’s” bei Ehningen oder zwischen Sindelfingen und Darmsheim.

Erdbeerfeld

Erdbeerfeld

Beerenstarkes Ruhrgebiet
Hohe Temperaturen und Sonnenschein färben Erdbeerfelder in sattes Rot. Jetzt heißt’s für alle Selbstpflücker: Raus aus der Stadt, am besten ab dem Dortmunder Ring an der nordwärts führenden B236 orientieren. In der Region um Lünen leuchten die Obstfelder. Weitere Gelegenheiten für Selberpflücker bieten sich bei Borg und Selm. Vorbei an Lüdinghausen westlich Richtung Haltern am See orientieren, dann in Richtung Datteln wieder den Hinweisschildern zum Obst-Selberpflücken folgen. Und wer noch lange nicht genug hat: es gibt noch Obstplantagen Richtung Mark und Dorsten.

Leckere Heidelbeeren

Leckere Heidelbeeren

Münchner Umland
Rund um die Weltstadt mit Herz laden bunte Obstfelder zum Naschen und Pflücken ein. Eine süße Route führt in den Münchner Nordwesten, Orientierung geben große Hinweisschilder in Feldmoching, Unterschleißheim oder Haimhausen. Große und kleine Selbstpflücker finden auf den Feldern leckere Früchtchen wie Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren direkt vom Strauch. Perfekt: Parkplätze direkt an den Feldern sind ausreichend vorhanden.

Blaubeerstrauch

Blaubeerstrauch

Nicht weit von Berlin
Beeren in allen Farben, aber auch Kirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Äpfel oder Birnen frisch vom Baum. Wer in der Hauptstadt Obst frisch und selber ernten möchte ist schon fast an der Quelle: Raus aus Berlin auf der B2 Richtung Potsdam, auf kleineren Nebenstrecken zum Schwielowsee fahren. Dann Werder an der Havel ansteuern. Hier gibt es nicht einen, sondern viele Obstbauern, Schilder verweisen auf Hofverkauf oder Felder zum saisonalen Selberpflücken.

Beerenauslese

Beerenauslese

Regional und saisonal ist das Angebot natürlich unterschiedlich, aber Obstfelder und – plantagen leuchten deutschlandweit in allen Farbschattierungen: rote Erdbeeren, pinke Himbeeren, grüne Stachelbeeren, schwarze Brombeeren, tiefblaue Heidelbeeren, violette Pflaumen, Johannisbeeren in allen Nuancen, saftige Aprikosen und Pfirsiche sowie reife Äpfel und Birnen. Zu Hause erinnern die bunten Farben und köstlichen Selfmade-Produkte noch lange an einen himmlischen Ausflugstag – und inspirieren zur nächsten Naschtour.

Pizzatour in Italien – Von Rieti nach Neapel

Mittwoch, 16. Juni 2010
Pizza Margarita

Pizza Margherita

Die Pizza Margherita ist der Klassiker unter den Pizzen und der Sage nach entstammt der Name der Frau Umbertos I., Königin Margherita. Sie soll am 11. Juni 1889 von Raffaele Esposito erstmals eben jener Königsfamilie serviert worden sein. Der Pizzabäcker belegte sie mit den Farben der italienischen Nationalflagge: Grün mit Basilikum, Weiß mit Mozzarella und Rot mit Tomaten. Geschehen sein soll dies am Hofe des Königs in Neapel. Und Neapel gilt auch heute noch als die Pizzastadt und unterstreicht diese Tradition durch zahlreiche Pizzerien. Doch nicht nur in Bella Napoli gibt es tolle Pizza. Wir stellen eine Tour durch Italien vor, unterwegs finden sich die besten Pizzas? Oder Pizzen? … Egal, in jedem Fall lecker!

In Rieti in der Region Latium startet der Trip gleich mit einem Besuch der Pizzeria Borgo Margherita in der Via Sandro Pertini 667. Ein paar Tische, Blümchen, ein Fernseher an der Wand – nicht gerade das, was viele unter einem „guten“ Restaurant verstehen. Aber wer Italien kennt, weiß, dass es gerade in diesen unscheinbaren Lokalen das beste Essen gibt. Die Pizza wird nach original neapolitanischem Rezept hergestellt und kommt – natürlich – aus dem Holzofen. Für Eilige, die ihren Mietwagen gleich für das nächste Ziel besteigen wollen, gibt es die Pizza auch zum mitnehmen. 1 ½ Stunden hat der Magen Zeit, sich auf die nächste Pizza zu freuen.

Pizzaria Borgo Margherita

Pizzaria Borgo Margherita

Dann nämlich, ist Rom erreicht. Über die SS4 führt ein direkter Weg in die Hauptstadt. Ganz in der Nähe der Villa Borghese, in der Piazza Augusto Imperatore 9, liegt Roms derzeit trendigste Pizzeria. Das Gusto ist das Lieblingsrestaurant vieler Schauspieler und Politiker – und irgendeine Berühmtheit trifft man hier immer. Dazu ist die Pizza auch noch sensationell gut und echt neapolitanisch. Kleiner Tipp: unbedingt in der Pizzeria bleiben und nicht in das teure, zum Gusto gehörende, Restaurant im oberen Stock ausweichen. Das Essen unten ist einfach besser.

Weiter geht es nach Anzio entlang der SS148. Gut 60 km liegt Anzio von Rom entfernt. Direkt am Meer befindet sich die Pizzeria Le Ancore von Alessandro Freund in der Via Alla Marina 65. Alessandro Freund ist Lehrer an der Scuola Italiana Pizzaioli und beherrscht sein Handwerk. Seine Pizza ist unübertroffen gut und die Entscheidung  fällt schwer bei der großen Auswahl an immer neuen Kreationen, die man so noch nie gegessen hat.

30 km entfernt in Latina lockt die urige Pizzeria Posillipo. Latina, die zweitgrößte Stadt der Region, ist schnell erreicht, indem man die SP38 nimmt und am Borgo Piave auf die SP30 wechselt. Ganz hervorragend schmeckt die Holzofenpizza hier in typisch italienischer Atmosphäre, die manche auch gerne als kitschig bezeichnen mögen. Doch wo, wenn nicht in der besten Pizzeria am Platz, erwartet man mehr die bunt-fröhliche Wandmalerei der ländlichen Gegend und blanke Tische ohne jegliche Deko. Hier kann man sich so richtig italienisch fühlen und der einfache Hauswein schmeckt gleich nochmal so gut.

Auf nach Neapel, in die Geburtsstadt der Pizza. Auf der Fahrt dorthin über die A1 bleibt mit 200 km und 2 ½ Stunden genug Zeit, die Lust auf das Traditionsgericht neu zu beleben. Man kann die Strecke auch am Meer entlang fahren (über Sabaudia, San Felice Circeo, Terracina, Sperlonga, Gaeta, Minturno und Pozzuoli), benötigt dann aber gute 3 ½ Stunden. Sich in Neapel für eine Pizzeria zu entscheiden, scheint fast unmöglich, da die Vielfalt so groß und die Qualität fast überall gut ist. Wir wagen trotzdem eine Empfehlung: Die beste Pizzeria in Neapel gibt in der L’Antica Pizzeria „da Michele“ in der Via Cesare Sersale 1/3 in der Nähe des Hauptbahnhofs. Wählen kann man zwar nur zwischen der klassischen Pizza Napoli mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum und einer Abwandlung mit Oregano. Aber die schmecken so gut, dass man gar nichts anderes mag. Neapolitaner gönnen sich hier eine kleine Mittagspause. Abends muss man schon mal eine Nummer ziehen und warten, bis endlich ein Platz frei wird. Aber das lohnt sich und schürt nur die Vorfreude.

Weinkeller-Tour in Frankreich

Donnerstag, 10. Juni 2010

Das Weinanbaugebiet des Elsass erstreckt sich vom Norden bis in den Süden der Region auf einer Länge von fast 100 km. Hindurch führt die Route des Vins d’Alsace, die Elsässer Weinstraße. Sie beginnt in Marlenheim und endet in Thann. Dazwischen liegen alle bedeutenden Weindörfer des Elsass auf der Strecke. Entlang der üppigen Weinberge ist diese Mietwagenroute geprägt von der Geschichte des elsässischen Weinbaus, historischen kleinen Städtchen und einer Vielzahl hervorragender Weingüter. Besonders in der Nebensaison ist ein Besuch des Elsass und eine damit verbundene Weinkeller-Tour sehr zu empfehlen, da dann weder Touristenströme, Staus noch lange Wartezeiten zu erwarten.

Weinberge im Elsass

Weinberge an der Elsässer Weinstraße

Eine Route mit Stopps in sechs Weingütern bzw. Brennereien startet beispielsweise in Bergheim am südlichen Streckenverlauf der Weinstraße. Die Gemeinde mit gerade einmal 1.850 Einwohnern wurde bereits von den Römern besiedelt. Besonders sehenswert ist die alte Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert. In der Rue des Vagierens 91 befindet sich das Weingut Gustave Lorentz. Bereits seit zwei Jahrhunderten wird das Gut in familiärer Tradition geführt. Wie die meisten Winzer der Region konzentriert es sich auf Riesling- und die Burgundertrauben. Ein Besuch der alten Gewölbekeller mit begleitender Weinverkostung ist Dienstag bis Samstag von 10 – 12 Uhr und von 14 – 18.30 Uhr möglich. Richtung Süden geht die Tour weiter auf der Route des Vins. Der Routenverlauf wird übrigens durch ein Schild, auf dem eine goldene Traube mit Weinglas sowie die Schrift “Route des Vins d’Alsace” abgebildet ist, markiert.

Ribeauville ist der nächste Halt. Das Dorf mit der hübschen Altstadt und einer Fülle an Fachwerk liegt nur 4 km von Bergheim entfernt. Fast am Ortsausgang befindet sich das Weingut Bott Frères in der Avenue du Général de Gaulle. Eine Weinprobe im sehr alten Keller ist Genuss für Auge und Gaumen und wird täglich von 9 – 12 Uhr und 14 – 18 Uhr angeboten. Ein besonderer Tipp ist der Pinot Gris „Glöckelberg“ des Winzers, der aus nur wenigen Trauben einer alten Rebe gewonnen wird und durch seine feine Säure als Aperitif ideal ist.

Ribeauville mit Blick auf die Burg

Ribeauville mit Blick auf die Burg

Der nächste Weinkeller wartet im 5 km entfernten Riquewihr. Ein kurzer Besuch der fast komplett erhaltenen Altstadt mit Befestigungsanlagen lohnt vor dem Besuch der Keller des Weinguts Hugel & Fils, die aufgrund ihrer zentralen Lage in der Altstadt (Rue de la Première Armée) nur zu Fuß erreichbar sind. Nach einer Besichtigung kann man nur wenige Schritte weiter in der Probierstube des Winzers die Weine verkosten. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 – 12.30 Uhr und von 14 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung. Besonders die Gewürztraminer sind hochprämiert – also unbedingt probieren.

Idyllischer Innenhof in Riquewihr im Elsaß

Idyllischer Innenhof in Riquewihr im Elsaß

Auf der Weiterfahrt hat man hoffentlich Glück und sieht am Himmel einen Storch auf dem Flug in sein Nest in Kaysersberg. Auf zahlreichen Schornsteinen und Dächern der Stadt sieht man die Nester mit ihren Bewohnern – gerade im Frühling zur Paarungszeit und während der Aufzucht der Brut ein ganz besonderer Anblick. Die Geburtsstadt Albert Schweitzers ist weniger für seine Winzer, denn für seine Obstbrennereien bekannt. Nach all dem Wein ist das aber sicher eine willkommene Abwechslung. Eine Besichtigung der Destillerie Miclo in der Rue de Gaulle mit anschließender Degustation ist täglich außer am Wochenende um 10.30 Uhr, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr möglich. Der Familienbetrieb brennt das Obst seiner Gärten zu verschiedenen Schnäpsen und Likören und genießt auch über das Elsass hinaus einen guten Ruf.

Gasse in Eguisheim

Gasse in Eguisheim

Der Route des Vins weiter folgend ist die Gemeinde Eguisheim nach 15 km erreicht. In der Grand Rue hat sich der Winzer Charles Baur niedergelassen und bietet Weinproben und Besichtigungen des Gutes und der Keller täglich von 9 – 19 Uhr an.

Das letzte Weingut der Tour liegt im 23 km entlegenen Orschwihr. Bei Lucien Albrecht in der Grand’Rue ist die Besichtigung der alten Keller mit seinen riesigen 100jährigen Holzfässern täglich von 8 – 19 Uhr möglich. Und natürlich endet auch dieser Besuch eines Winzers mit einer Weinprobe der tollen Elsässer Weine und vermutlich auch mit einem mit Weinkartons dick beladenen Mietwagen.

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Fahren und Verkosten geht nicht – man kann diese Tour aber ganz einfach auf mehrere Tage aufteilen und jeweils vor Ort übernachten. Manche Winzer bieten auf Anfrage sogar Zimmer mit Frühstück – am besten einfach nachfragen.