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Brasilien – Im Rhythmus des Nordostens

Mittwoch, 01. Dezember 2010

Im Norden Brasiliens, da, wo die Luft trockener und die Dürreperioden länger sind, ist alles ein wenig langsamer, ruhiger, gelassener als im Rest des Landes. Genießen Sie einen Ausflug mit dem Mietwagen in die Region mit ihren Stränden, Palmen und Fischern – und lernen Sie das Land und seine Menschen in ihrem eigenen, gemächlichen Rhythmus kennen.

Straßenbahn
Straßenbahn

300 Kilometer sind es von Recife bis nach Natal. Bis Joao Pessoa, dem ersten Ziel der Reise, sind es gut 120 km. Die Strecke wird auf der Bundestraße 101 zurückgelegt, die gut ausgebaut ist und durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet und dichte Wälder führt. Die Provinzhauptstadt hat mehr als 650.000 Einwohner, wirkt aber trotzdem ein wenig verschlafen. Das historische Zentrum ist um die barocke Igreja de Sao Francisco herum zu finden. In der Casa do Artista Popular kann man typisches Kunsthandwerk der Region einkaufen. Um einen der traumhaften Sonnenuntergänge zu erleben mieten Sie sich am besten ein Zimmer in einem strandnahen Hotel, z.B. dem Bristol Marinas.

Von der BR-101 geht es bei Mamanguape rechts ab auf die PB-041 bis zum idyllischen Fischerdorf Baia da Traicao. Nicht nur das Ursprüngliche des Ortes weckt in jedem Besucher eine große Behaglichkeit, sondern auch der famose, von Palmen gesäumte Strand. Zum nächsten abgelegenen Fischerdorf Baia Formosa geht es wieder zurück auf die BR-101 gen Norden und nach 48 km rechts auf die RN-062. Insgesamt benötigt man für diese Teilstrecke gute eineinhalb Stunden.

Baia Formosa, heißt übersetzt aus dem Portugiesichen schöne Bucht, hat gerade mal 8.000 Einwohner, die fast ausschließlich vom Fischfang leben. Die Umgebung des Meeres ist hier sehr einsam, erst nach 10 km finden sich wieder erste Anzeichen von Zivilisation. Das ist wirklich selten für Brasilien, wo sonst fast jeder sandige Fleck am Meer verbaut ist. Von der Einsamkeit angelockt, tummeln sich häufig Delphine im Wasser, die sich nicht selten sogar bis ans Ufer trauen. Mit ein bisschen Glück kann der Traum vom „Schwimmen mit Delphinen“ an diesem wunderbar ruhigen und beschaulichen Ort Wirklichkeit werden.

Erfrischende Brise am Atlantik
Erfrischende Brise am Atlantik

Den charmanten Strandort Praia da Pipa erreicht man, indem man wieder auf die BR-101 zurück fährt und sich weiter Richtung Norden orientiert. Erneut sollte man etwa eineinhalb Stunden für die 90 km lange Strecke einplanen. Mit „einfach nur traumhaft“ lässt sich der Strand des Ortes am besten beschreiben. Feiner Sand, Palmen, Dünen, Klippen und Regenwald schaffen eine Kulisse fast wie gemalt, in die sich Einheimische, Surfer, Künstler und Touristen zu einer Einheit verbinden. Wer die Einsamkeit vorzieht, geht an den Strand zwischen Pipa und Sibauma, ein ehemaliges Sklavenversteck, der mit natürlichen Schwimmbecken lockt. Sobald es dunkel wird, lebt der Ort, es wird gefeiert, getanzt und gegessen und das vor allem entlang der einzigen Hauptstraße.

Die BR-101 führt weiter nördlich bis in das Stadtgebiet von Natal. Das milde Klima und die frische Brise des Atlantiks schaffen ideale Rahmenbedingungen für  das Leben in der 750.000 Einwohnerstadt. Sehenswert sind besonders das sternförmige Forte dos Reis Magos, die Kathedrale von 1599 und der Strand Praia da Ponta Negra. Das türkisgrüne Wasser hinter einer 120 m hohen Sanddüne ist krönender Abschluss einer eindrucksvollen Fahrt durch den Norden Brasiliens.