Die Musik von Juan D’Arienzo im Hintergrund, einen guten Reiseführer in der Hand und in Gedanken tangotanzend durch die Straßen von Buenos Aires – schon ist man mittendrin, in Argentinien. Die Realität ist meist noch viel schöner als die Vorstellung, die man von diesem Land hat. Musik, südamerikanisches Leben, Geselligkeit, Dschungel, Stille, Berge, Kakteenwälder und Weinfelder sind Begleiter einer Mietwagentour von San Miguel de Tucuman nach Salta, für die sich Reisende mindestens 5 Tage Zeit nehmen sollte.
San Miguel de Tucuman ist die Hauptstadt der Provinz Tucuman, die früher wie heute primär vom Zuckerrohranbau lebt. Prachtbauten der Jahrhundertwende, die sich besonders um die Plaza Independencia befinden, zeugen vom einstigen Reichtum der Stadt. Das im Kolonialstil erbaute Unabhängigkeitshaus ist das berühmteste nationale Denkmal Argentiniens. Von der Plaza Independencia startet die Reise in östlicher Richtung und führt vorbei an beeindruckenden Villen den Hang der Sierra de San Javier hinauf. Die Straße zweigt links auf die Ruta Provincial 338 ab. Nach insgesamt 30 km ist die Ansiedlung Villa Nougues erreicht. Reiche Zuckerbarone bauten sich auf dem Berg stattliche Häuser und Villen, um sich hier vom feuchten Klima in der Stadt zu erholen. 110 km durch Zuckerrohrplantagen, die Kampfgebiete der linken Guerillas, über steile Abhänge aber mit beeindruckenden Ausblicken, sind es bis Tafi del Valle.

Reitvorführung
Am Eingang des Tafitals, das sich durch grüne Weiden und Wälder auf der einen und eine halbwüstenartige Landschaft zur anderen Seite auszeichnet, liegt der Monolithenpark Parque de los Menhires. Über 50 Menhire aus dem 4.- 9. Jhdt. tragen Gesichter, Muster und Symbole. Sie sind Relikte der Bewohner des Tals aus der so genannten Tafi-Kultur (RP 338 weiter bis San Pablo, dann südlich auf die RP301, bei Famailla auf die RN 38, die nach 10 km auf die RP 307 und nach Tafi del Valle führt). Die RP 307, dann 357 und nach 60 km die RN 40, von der eine Abzweigung in die verlassenen und teils verfallenen ehemaligen Befestigungsanlagen der Quilmesindianer leitet, bringen Reisenden auf insgesamt 118 km nach Cafayate. Hier wird der auch über die Grenzen des Landes hinaus beliebte Weißwein aus Cafayate erzeugt – 360 Tage Sonnenschein und eine geringe Luftfeuchtigkeit lassen die Trauben wunderbar reifen. Die Stadt ist überhaupt sehr auf Weinbau ausgerichtet, wirtschaftlich, wie auch touristisch. Zahlreiche Weingüter bieten Führungen und Verkostungen an, viele von ihnen vermieten auch originelle Zimmer an Übernachtungsgäste. Eine gute Möglichkeit also, sich von der Weinbaustadt und ihren Weinen begeistern zu lassen, und am nächsten Tag gut ausgeschlafen die 22 km über die RN 40 in Richtung Norden in das alte Jesuitendorf San Carlos in Angriff zu nehmen.

Argentinien
Ab San Carlos wird die RN40 zu einer Schotterstraße, die 139 Kilometer bis Cachi sollte man deshalb mit einer längeren Fahrtzeit einplanen. Dafür entschädigt der weite Blick über die bizarre Mondlandschaft. Cachi begeistert mit seiner Bergkulisse, dem vorherrschenden Kolonialstil und einer unglaublichen Stille, die jeder Besucher wahrnimmt. Die Strecke nach Salta (ein kleines Stück RN 40, dann RP33 und noch 40 km RN68, insg. 154 km) führt durch malerische Landschaften, Indianerdörfer und Chili- und Tabakplantagen vor einer stillen Bergwelt. Mit einem letzten Blick auf das Farbenmeer Argentiniens endet die Route in Salta.

