Archiv für die Kategorie ‘Ägypten’

Autofahren in Ägypten

Mittwoch, 04. Januar 2012

Nicht jeder hätte es vermutet, aber es gibt Verkehrsregeln in Ägypten.

Sie besagen, dass man in Ortschaften nicht schneller als 50 km/h fahren darf und auf  Landstraßen und Autobahnen nicht schneller als 100 km/h. Grundsätzlich gilt in Ägypten Rechtsverkehr. Es gibt eine Gurtpflicht und eine Promillegrenze von 0,0. Auch in Ägypten ist das Telefonieren mit einem mobilen Telefongerät nur dann erlaubt, wenn das Telefonat über eine im Auto installierte Freisprecheinrichtung getätigt wird. Rauchen, Essen oder Trinken am Steuer sind nicht erlaubt. Für die Benutzung einiger Autobahnen muss eine Mautgebühr entrichtet werden, z.B. auf denen im Nildelta. Ausländische Fahrer müssen neben dem nationalen Führerschein auch den internationalen mit sich führen. Bei Dunkelheit besteht eine Lichtpflicht. Soweit alles ähnlich wie in Deutschland.

Verkehr in Kairo

Verkehr in Kairo

In der Praxis sieht es allerdings noch ein wenig anders aus. Rasen auf den Autobahnen gehört zum Alltag. Auch das Schneiden von Kurven ist für agyptische Autofahrer Standard. In der Nacht fahren viele Autos ohne Licht oder nur mit Standlicht. Geblinkt wird eigentlich nie. Auch Ampeln haben in Ägypten einen anderen Wert. Grün heißt nicht gleich fahren. Grün heißt nur, dass man theoretisch das Recht hat, zu fahren. Genau nach links und rechts gucken sollte man immer, bevor man an einer grünen Ampel seinen Weg fortsetzt. Die Hupe ist für den ägyptischen Autofahrer ein gern genutztes Medium, um Freunde auf der Straße zu begrüßen, auf sich aufmerksam zu machen oder um einfach nur seine Lebensfreude zum Ausdruck zu bringen. Das ist sehr sympathisch. Man sollte einfach vergessen, dass in anderen Ländern die Hupe als selten gebrauchtes Warnmittel gilt. So lustig das auch klingen mag, es ist nicht ungefährlich.

Noch vor einigen Jahren galt Ägypten als das Land mit dem gefährlichsten Straßenverkehr weltweit. Das hat sich seit 2008 stark gewandelt. Mit den neuen internationalen Gesetzen gingen auch häufige Verkehrskontrollen einher. Und die Bußgelder die erhoben wurden und auch heute noch werden sind üppig. Für die meist nicht sehr reichen Ägypter durchaus ein Grund, ihre Fahrweise anzupassen. Als Beispiele aus dem Strafenkatalog seien hier erwähnt:

  • 1-10 Km/h zu schnell = 6 EUR;
  • 20-30 km/h zu schnell = 18,50 EUR + 1-3 Monate Gefängnis;
  • Rauchen, Essen und Trinken während der Fahrt = 6 EUR;
  • Fahren entgegen einer Einbahnstraße = zwischen 125 EUR und 370 EUR;
  • Missachtung einer roten Ampel = 31 EUR + 1-3 Monate Gefängnis;
  • Fahren ohne Licht in der Nacht = Führerscheinentzug für ein halbes Jahr.

Daran kann man sehen, dass in Ägypten wirklich viel getan wird, damit der Straßenverkehr sicherer wird. Kontrollen finden immer wieder statt. Besonders auf das Fahren mit Licht wird geachtet. Für alle Verkehrsteilnehmer ein Segen. Vor allem die recht hohe Bestrafung mit Gefängnis für kleinere Verkehrsdelikte schreckt die Autofahrer in Ägypten ab und lässt sie zu besseren Fahrern werden. So wird Ägypten auch für Mietwagenfahrer zu einem sicheren Pflaster, das man ohne große Angst auf eigene Faust durchqueren kann.

Ägypten – Mit dem Mietwagen am Nil entlang

Mittwoch, 04. Januar 2012

Für Ägyptenfans ist es ein Muss: Eine Fahrt entlang des Nils. Von Kairo bis Luxor ist das in einem Mietwagen möglich. Natürlich sollte man sich immer über die aktuelle Lage informieren, doch grundsätzlich ist eine Reise entlang des Nils nicht nur per Schiff, sondern durchaus auch auf den Nebenstraßen komfortabel und sicher. Die beste Reisezeit ist Frühjahr oder Spätherbst. Dann sind die Temperaturen erträglich und die beeindruckenden Monumente vergangener Zeit nicht von zu vielen Touristen bevölkert.

Kairo

Kairo

Man beginnt die Reise in Kairo. Von dort sollte man erst mal einen Abstecher zu den Pyramiden, der Sphinx und den Königsgräbern von Giseh starten. Sie liegen zwar nicht am Nil, diese Weltwunder der Antike darf  man aber trotzdem keinesfalls verpassen (13 km, Richtung El-Tahrir, Sharl de Gool, Al Ahram). Jetzt geht es zurück an den Nil und dort weiter zu den Ruinenfeldern der alten Hauptstadt Memphis (33 km, 15 May Bridge, rechts auf Kornish Al Nile). Die großen Häuserblocks werden nun immer weniger und an ihre Stelle tritt landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Umrahmt von dem großen, breiten Fluss, erfährt man ein ganz neues Gefühl von Weite und Freiheit.

Sphinx

Sphinx

Kurz hinter Memphis lenkt man den Mietwagen auf die andere Seite des Nils. Auch dort fasziniert wieder die Weite, doch auch die alten Gebäude oder Gebilde lassen einen immer wieder staunend anhalten. Bis zur Nekropole Meidum sind es etwa 70 km, dort angekommen bewundert man die weniger bekannte Meidum-Pyramide (El-Gendy, Omar Ibn Abd El-Aziz, Kornish Al Nile, Al Marazeek Bridge, Mazghona, Atfet Edwa, rechts auf Medoom). Die folgenden 236 km bis Beni Haram werden ausschließlich auf der linken Nilseite gefahren und versprechen Abwechslung pur. Bei einem Blick aus dem Mietwagenfenster schwankt man zwischen Ehrfurcht vor dem, was die Menschen aus eigener Kraft schufen und dem, was die Natur auf wunderbare Weise wachsen und erblühen lässt.

Altägyptischer Stein

Altägyptischer Stein

Die Fahrt geht weiter über Ben Suef, Biba mit der auch aus der Ferne sichtbaren koptischen Kirche und der Industriestadt Maghagha. Dann über Beni Masar und El Minia, bis schließlich die Felsengräber von Beni Haram erreicht sind. Die Ruinen der ehemaligen altägyptischen Hauptstadt Achet-Aton Tell el-Amarna liegen noch ein kleines Stück vor Beni Haram und lassen sich hervorragend mit dem Mietwagen erkunden. Ein langes Teilstück von 300 km ist die nächste Etappe nach Dendera, die sich immer auf der rechten Seite des Nils entlang zieht (Awlad Sarhan Dayrout, Dayrout – Al Qousia, Al Qoweasa – Manfaloot, Tarik, Manflout, Kornish Al Nile, Akhmeem, Nagaa Hamadi). Weniger die altägyptischen Bauten, mehr die Landschaft steht bei diesem Abschnitt im Vordergrund. Von bräunlich-karg bis saftig-grün reicht die Farbpalette die der Nil dem Auge des Betrachters bietet. Tiere und Pflanzen ungekannter Statur sind zu sehen, Palmenhaine und öde Hügel. Stündlich wechselt das Bild.

Auf den letzten 75 km nach Luxor wird der Fluss ruhiger (Dandara Bridge, Nagaa Hamadi, Kaft-Quena, Quena-Edfo, QoS – Al Oqsor, Fondok Al Nile Helton). Fast schon meditativ fließt das Wasser dahin, an dem sich wie vor tausenden von Jahren Tiere nähren und Bauern das Wasser für ihre Felder holen. So sammelt man entspannt im Mietwagen Kraft für die Besichtigung der hochinteressanten Stadt Luxor mit ihren berühmten Tempeln.